Eine Frau die in den Himmel schaut und sich vielleicht etwas wünscht

Ist „Wünschen“ oder „Manifestieren“ die Lösung? Nondualität versus Wunsch

In Energetiker Fachartikel, Praxis by Humanenergetiker Team

Artikel aktualisiert am 13.11.2018

„Ich habe mit Gott gesprochen: wenn ich einen Lottogewinn erhalte, werde ich ein Meditationszentrum bauen“, „Ich meditiere täglich, wann wird sich das Selbst mir zu erkennen geben?“, „Ich lebe Werte, wird sich mein Leben nun verbessern?“, „Ich weiß, ich soll nichts erwarten, dies mache ich jetzt auch nicht mehr, erlaubst du mir jetzt meine Erleuchtung?“…

Kennst du den einen oder anderen Satz? Alle diese fallen unter die Kategorie: „Das Ich dealt mit dem höheren Selbst“. Es sind Verkaufsgespräche des Ichs, welches versucht indirekt etwas zu erhalten, was es will. Solange man sich als Individuum wahrnimmt, solange das Ich subtile bewusste und unterbewusste Bedürfnisse hat, solange man sich getrennt von Anderen wahrnimmt existieren diese Spielchen. Als „Ich“ projiziert der Mensch Verhaltensweisen auch auf das höhere Selbst. Es ist dann so, als ob das Selbst „menschliche Eigenschaften“ hätte: so, als ob das kausale Prinzip Ziele hätte, die es zu verwirklichen gilt.

Nondualität versus Wünschen

Weder ist es dem Selbst wichtig, dass jeder Mensch meditiert, noch ist das Selbst auf einer Weltverbesserungs- oder Aufstiegs Mission. Das kausale Prinzip blickt nicht auf die Welt und sagt, diese ist „gut“ oder „schlecht“. Wünsche des Menschen sind ebenso wenig relevant! Alles, was von uns wahrgenommen wird ist die Schöpfung, die aus jener Quelle stammt. Alles ist „sein Kind“. Die Quelle ist alles, das Eine, wie das Andere. Die Quelle ist Politiker, Arbeiter, Lehrer oder Guru. Die Quelle ist das Auto, Bio Essen, ein Computer, Yoga, das Internet, Überwachung und Meditation. Alles ist Ausdruck des Einen. Nehme ich mich als getrenntes Individuum wahr, bewege ich mich durch das Leben mit meiner Bewertungsskala. Das Selbst kennt diese Beurteilungen nicht. Der Vater und die Mutter lieben ihr Kind, egal wie es sich verhält.

Auf der Suche hat „das Ich“ gelernt, dass man über alles verhandeln kann. Süßigkeiten können auch vor dem Essen erweint werden. Der Partner kann durch einen Augenaufschlag bewogen werden, einen Wunsch zu erfüllen.

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Das Ego: Oder, wie man sich selbst betrügt

Diese Strategie wird nun auf das kausale Prinzip angewendet. Am Weg der Selbstfindung beginnt der Dealer nun auch mit dem Selbst zu dealen. Gott, das Selbst, Buddha, Allah, Krishna ist kein guter Verhandlungspartner: kein Meditationszentrum, kein Ashram, keine Disziplin kann als Vertragsobjekt gereicht werden, damit das „Ich“ im Gegenzug das erhält, was es will. Ich habe keinen Suchenden oder Guru erlebt, dessen subtiler Wunsch nach Ruhe und Frieden in Form eines Ashrams durch einen Lottogewinn erreicht wurde, welches ihm zur Wunscherfüllung geschenkt wurde.

  • Legt dem kausalen Prinzip keine Angebote! Es gibt nur eins zu tun: alle Wünsche, die mich zu diesen Angeboten geführt haben zu erkennen und loszulassen.
  • Ich wünsche mir also so sehr Ruhe, Frieden und Freiheit vom Alltag, dass ich lieber nur still in einem Ashram säße? Deale nicht mit dem höheren Selbst darum! Werde frei vom Wunsch nach Ruhe, Frieden und Freiheit und du bist ruhig und frei.
  • Du wünscht, dass dich Meditation zu einem Ziel bringt und das Selbst zu schauen? Meditiere nicht um etwas zu erreichen. Das „Ich“ kann sein erklärtes Ziel NIE erreichen. Meditation dient dazu, jenen Teil, der all das will zum Schweigen zu bringen.
  • Du wünschst, dass durch deine spirituellen Aktivitäten dein Leben besser wird? Lasse auch diesen Wunsch los und du bist frei! Vergesse nicht: der Wunsch ist der Vater des Gedanken!
  • Du erwartest, dass das Selbst sich dir zeigt? Schweige, werde still – und nicht das Selbst wird sich dir zeigen, sondern du wirst erkennen, dass du das Gesuchte bist.

Schöpfer des eigenen Lebens sein – alles Annehmen: ein Widerspruch?

Was bedeutet „Schöpfer der eigenen Realität sein“. Die eigene Realität entspricht der eigenen „subjektiven Wirklichkeit“. Diese ist – „subjektiv“, abhängig von der emotionalen und gedanklichen Einstellung einem Objekt oder einem Ereignis gegenüber. Es bedeutet, dass das „Ich“ des Menschen nie „die Realität“ wahrnehmen kann, sondern nur eine subjektiv verfremdete Form von dem, was ist! Sehr oft bedeuten diese Verfremdungen Probleme und Schwierigkeiten, die Welt erscheint als schlecht oder schmerzhaft.

Im Buch „Befreie dich selbst! Über die Kunst wahrhaftig zu leben“ findest du Möglichkeiten, jene „Sehschwäche“ zu beheben. Affirmationen sind ein mögliches Mittel dazu. Wir sehen, „der geklärte Beobachter in mir“ ist in der Lage, die Brille, die die Realität verfärbt zu putzen. Jene Möglichkeit wurde uns als Mensch gegeben, sie nennt sich Entwicklung. Der Weg nennt sich Selbstfindung.

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In welchem Kontext steht dies nun zu „Alles annehmen“

Alles anzunehmen bedeutet zu akzeptieren, dass nichts aus Zufall geschieht. Unser gesamtes Leben ist ein perfekt geplantes Szenario. Jede von uns scheinbar getroffene Entscheidung war tatsächlich aber schon immer entschieden. Es geht nur darum, die Entscheidung zu verstehen!
Subjektiv glaubt das „Ich“ fähig zu sein Gott zu spielen und „ Entscheidungen“ zu treffen. Welch Irrtum! Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt – das Leben zeigt uns, dass es unkontrollierbar ist und sich nicht um unseren Glauben an „Entscheidungen“ kümmert. Akzeptanz und Annahme bedeutet den Strom des Lebens zu akzeptieren, diesen anzunehmen und mehr noch Liebe und Respekt für diesen zu entwickeln. Es ist ein ständiger Prozess des Loslassens und des Aufgebens von Kontrolle des „Ichs“ und einer Entwicklung hin zu Hingabe.

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Hingabe kennt nur ein Wort für jede Situation: Danke! Wir sehen, es besteht kein Widerspruch im Prozess des Brilleputzens um das Glorreiche und Schöne zu erkennen und dabei alles anzunehmen, wie es ist. Ist es gut, ist es gut. Ist es schlecht, ist es schlecht. In Wirklichkeit ist es Liebe.

Wünschen am Selbstfindungsweg – das Verhältnis Lehrer & Schüler

Viele Suchende haben dieses Glühen in den Augen. Wie ein trockener Schwamm, der sich nach Feuchtigkeit sehnt wird Wissen aufgesogen. Natürlich gibt es Zweifel und viele Fragen, doch meistens ist es einer der beiden Sätze, der den Antrieb liefert: „Ich will mich selbst finden!“ oder „Ich will, dass es mir besser geht!“. Ein guter Moment über das Loslassen von spirituellen Wünschen nachzudenken.

Als Wegweiser zeigt der Lehrer Türen, die für den noch dürstenden Geist wie eine Offenbarung wirken. Das Feuer brennt nun richtig stark, Kurse werden gebucht und Treffs besucht. Kontakt zum Lehrer hilft natürlich sehr und ist auch wichtig. Doch ein Satz, den spirituelle Lehrer immer wieder predigen wird dezent überhört: „Wer sagt das?“. Der Satz würde dem Schüler schnell zeigen, dass „Ich“ es bin, der sich selbst finden will. Dass „Ich“ es bin, der will, dass es ihm besser geht. Doch dies ist ein Widerspruch in sich: bei Selbstfindung geht es nicht darum, was das „Ich“ will. Vielmehr geht es darum, diesen Aspekt zur Ruhe zu bringen.

Die Übungen der Selbstfindung scheinen hart, Kommentare des Lehrers zu dem, was zu tun sei zu schwierig zum Umsetzen. In diesem Moment ist der Schüler desillusioniert. Das anfängliche Feuer kämpft um das Überleben. Der Fehler liegt natürlich „an der Lehre“ oder „am Lehrer“ oder auch harsche Selbstkritik wird angewendet „bei mir klappt das nicht“. Egal, wo das „Ich“ den Fehler identifiziert werden Werkzeuge fallen gelassen. „Meditation ist nichts für mich….“, es werden keine Fragen mehr gestellt, da ich Antworten nicht mehr hören kann und will. „Ich“ habe genug!

Dies ist ein Moment der Heilung wo sich Spreu von Weizen trennt, der Moment, wo die Wünsche der wahren Ruhe weichen müssen. Die Einen tun nun nichts mehr, was man ihnen rät, die anderen haben zumindest erfahren, dass es sich um eine „Phase“ handelt. Eine Phase hat immer einen Anfang und ein Ende. Die Desillusionierung MUSS stattfinden, sie ist Teil des Weges damit falsche „Ich zentrierte“ Vorstellungen und Wünsche bereinigt werden. Wie oft sehen Lehrer in dieser Phase in traurige Augen, die da sagen „du hast mich enttäuscht“, „ich mag nicht mehr“. Hat der Lehrer Mitleid? Nein. Wache auf! Höre auf, dir selbst Leid zu tun. Diszipliniere dich und erkenne, wie das „Ich“ sich gerade beleidigt weigert, die Medizin einzunehmen…

„Ich will doch nur, dass es mir besser geht!“

Der Sufi-Lehrer Hafizullah Chishti schrieb einst:

Ihr Lieben, es geht nicht darum, „dass es mir besser geht!“dies hat mir Selbstfindung nichts zu tun. „Es soll mir besser gehen“ funktioniert nicht. Höre auf damit. Vielmehr geht es darum, dass du lernst und erkennst, dass du nicht die Person bist, die überhaupt ein Problem hat. Es gibt hier zwei Möglichkeiten, wie du im Alter auf das Leben blickst: entweder bist du frei und aufgewacht oder du hast eine lange, lange Liste an Dingen, „die besser geworden sind“ – oder natürlich auch „schlechter“. Es ist deine Wahl…

Du kannst ein Leben leben, welches voller Freude den Moment genießt, präsent um das Jetzt weiß, erwacht, frei, voller Würde und ein Leuchtfeuer für die Welt. Natürlich kannst du auch eine Liste erstellt haben, wieso das alles nicht geklappt hat. Höre genau zu, setzte es um, lerne und sei dankbar. Dies zu unterstützen: Dafür sind wahre Lehrer da – nicht um dir zu helfen eine Liste zu schreiben!

Bücher, die wir zum Thema Wünschen versus Sein gerne empfehlen

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