Eine Frau, die balanciert. Man sieht sie mit ausgestreckten Armen und dem Himmel im Hintergrund

Wie lasse ich los? Übung des Loslassens

In Energetiker Fachartikel, Übung by Humanenergetiker Team

Wie kann man Veränderungen im eigenen Leben bewerkstelligen, wenn man Angst vor den Konsequenzen hat? Wie wir wissen, ist der Schlüssel zur Veränderung im eigenen Leben die Fähigkeit loszulassen. Was so einfach klingt, ist es aber nicht – eine wichtige Frage, die sich stellt ist: „Wie lasse ich los?“. In diesem Beitrag findest du auch eine praktische Übung zum Thema Loslassen von Phyllis Krystal.

„Das Geheimnis von Veränderung: fokussiere all deine Energie nicht auf das Bekämpfen des Alten, sondern auf das Erschaffen des Neuen!“ – Sokrates

Immer dann, wenn das Schicksal die Hinweistafeln auf eine notwendige Veränderung jeglicher Art aufzeigt, tendiert der Mensch dazu, ausgiebigst das Alte zu besprechen, gedanklich zu drehen und zu wenden, danach das Geschehene durch den eigenen Filter gedanklich zu verändern, dies wiederum den Mitmenschen mitzuteilen, um danach von vorne zu beginnen. Erkennst du den gedanklichen Knoten, der von zahlreichen Emotionen über das Alte begleitet ist? Diese gedankliche Auseinandersetzung kann in jede Richtung gehen und Idealisierung sowie Ablehnung einer Situation beinhalten.

Die Psyche trickst uns aus

Irgendwie scheint es ein Spiel der menschlichen Psyche zu sein, Altes in einem entweder überzeichnet positivem oder möglichst kritischen Licht zu betrachten. Eine gedankliche und emotionale Idealisierung der Vergangenheit verbindet mich unweigerlich mit dieser. Ablehnung, hält mich ebenso in der Vergangenheit gefangen und ist Ausdruck der eigenen Wut über eine vielleicht selbst ungewünschte Veränderung im eigenen Leben. Eckhart Tolle erklärte oftmals, wie die eigene Liebe bzw. die Empfindung der Liebe direkt mit den eigenen gedanklichen Mustern in Bezug auf Vergebung (sei es sich selbst oder anderen) zusammenhängt. Vergebung hilft sowohl beim übermäßigen Idealisieren wie auch bei Ablehnung. Manche Menschen wollen die Verbindung zur Vergangenheit aufrecht erhalten, koste es, was es wolle. Hier gilt es um der eigenen seelischen Gesundheit willen, sich intensiv mit der Thematik des Loslassens auseinander zu setzen.

Veränderung: Der Weg zu einem neuen Leben

Das Leben kann aber sehr schnell besser werden, wenn ich im Jetzt meinen Geist auf das Neue fokussiere! Dies bedeutet:

  • Welche Möglichkeiten habe ich?
  • Welche Chancen ergeben sich?
  • Welche Träume kann ich mir nun erfüllen?
  • Wieso halte ich an der Vergangenheit fest?

Den Geist auf das Neue auszurichten, anstatt die gedankliche Energie im Alten verweilen zu lassen, löst automatisch – ohne weiteres Zutun – Veränderung aus. Das Alte ist vergangen, es existiert nicht mehr. Es ist lediglich ein gedanklich verzerrtes Abbild von dem, was wirklich war. Wieso also einem Bild nachhängen? Ich bin bereit, Neues in meinem Leben zuzulassen. Ich lasse mich auf Veränderung ein. Ich lasse es zu, die Veränderung als etwas Positives, ja sogar sehr Schönes zu sehen. Es ist dafür nicht notwendig, das Alte gedanklich zu verfremden, zu idealisieren, zu entstellen oder es zu zerstören!

Loslassen aus spiritueller Sicht

Der spirituelle Weg der Selbstfindung ist ebenso ein Weg des konstanten Loslassens. Nichts gibt es, an das sich das Herz anhaftet, was nicht irgendwann losgelassen werden muss. Doch der Lebensstrom ist gnädig und liebevoll: immer wieder offenbaren sich Möglichkeiten, dass die Bedürfnisse des Menschen erfüllt werden. Ist ein Wunsch erfüllt, findet die Seele Ruhe.

Wahre Freiheit bedeutet, frei davon zu sein, frei sein zu wollen. Manche Suchende meinen, den Weg beschleunigen zu können, indem Sie die Freude und die Beteiligung am Leben bei Seite schieben um in Einsamkeit getrennt von den Mitmenschen über das Selbst zu kontemplieren. Tatsache ist aber, dass bei diesem radikalen Schritt bei einer gewissen Unreife des Suchenden die unerfüllten Wünsche, der Sack voller Gedanken, die Sehnsüchte, die Ängste, Sorgen und Zweifel mitgenommen werden. Im Ashram sitzend wird dann versucht, als „Ich“ – also dem Ego – die Erleuchtung zu finden…

Finde wahre Ruhe und lasse los

Selten trägt diese Art des Umgangs mit dem eigenen Leben und der Suche Früchte. Es geht vielmehr um die Balance, voller Freude das Leben zu leben und gleichzeitig vollkommen im Selbst verankert zu sein. Fühle dich daher nie schlecht, wenn ein anderer Mensch sich scheinbar viel tiefer in spirituelle Experimente wagt, als du selbst. Im Gegenteil: bleibe ruhig, erkenne, was dich bewegt und was dich der Lebensfreude näher bringt. Denn mit Lebensfreude bist du wesentlich näher bei Gott als manch erkalteter Suchender, der scheinbar still in der Einsamkeit sitzt…

„Ich gehe in die Berge und werde mit Gott alleine sein,“ sagte ein Schüler einst zu Paramahansa Yogananda. „So wirst du am spirituellen Weg nicht weiterkommen,“ sagte Paramahansaji. „Dein Geist noch nicht in der Lage sich in dieser tiefen Art auf Gott zu konzentrieren. Deine Gedanken würden meistens um Personen in deiner Erinnerungen und weltliche vergangene Ereignisse kreisen, auch wenn du in einer Höhle sitzt. Lebensfrohe Erfüllung deiner Aufgaben im Leben, gepaart mit täglicher Meditation ist der bessere Weg“.  – Paramahansa Yogananda

Durch wahres Loslassen und Vertrauen auf das nicht Sichtbare, offenbaren sich die Synchronizitäten, die man auch als göttliche Fügungen bezeichnet. Die Idee des kausalen Prinzips – dessen Ausdruck wir sind – wird sichtbar und wahrnehmbar. Dadurch erwächst noch mehr das tiefe Vertrauen, dass der Strom nicht nur existiert, sondern einen perfekt durchdachten Plan darstellt. Jeder von uns erfüllt diesen mit unglaublicher Präzision – mit all seiner Freude und all seinem Schmerz. Erfahre, dass du nur die Rolle eines Schauspielers in einem wundervollen Film spielst. Wisse, dass du deiner Rolle eine von dir gewählte Färbung geben darfst während du aber gleichzeitig – was den Film betrifft – nur den Anweisungen des Regisseurs folgen kannst… Erkenne daher zuerst deine Rolle, die du gerade spielst. Diese bist nicht du! Diese kannst du jederzeit verändern. Die Rolle verliert augenblicklich an Wichtigkeit, empfundene Dramen kommen zur Ruhe. Danach erkenne dich als Schauspieler, der mit der Rolle spielt und seine Freude daran hat. Lerne das Spiel zu spielen, denn es ist sein Spiel. In Folge blicke zum Regisseur, der jenen Film inszeniert und lerne ihn zu lieben und ihm absolut zu vertrauen. Er versteht sein Geschäft, und er liebt auch dich. So verliert der Teil in dir, der Angst hat und nicht loslassen kann immer mehr an Kraft. Er hört auf, den Lauf der Dinge kontrollieren zu wollen. Das Ego verliert immer mehr an Kraft, und tiefes Vertrauen ersetzt die Angst, die das Leben sehr schmerzhaft erscheinen lassen kann und das Loslassen behindert.

Zitat von Kurt Tepperwein zum Thema Loslassen und die Wahl haben - Ein Screenshot

Eine praktische Übung zum Thema Loslassen

Eine wirkungsvolle Methode, um das Loslassen zu ermöglichen, ist die „Acht“ von Phyllis Krystal. Diese Übung hilft, enge Bindungen zu Sachen/Situationen/Personen aufzulösen. Der Hilfesuchende lernt sich selbst zu helfen und loslassen wird möglich. Mit „zu eng“ definieren wir schmerzhaft wirkende Bänder, nicht aber Bänder der Liebe und des Vertrauens. Phyllis Krystal, eine Psychotherapeutin und Bestseller-Autorin hat diese wunderbare Methode geschaffen, die sehr stark auf das Unterbewusstsein wirkt. Folgende Bücher von Phyllis Krystal zur Thematik sind sehr zu empfehlen:

Die Übung der Acht: Loslassen nach Phyllis Krystal

  1. Ich habe eine Person, Situation oder auch ein Objekt oder eine Eigenschaft, mit welcher oder mit welchem mich Schmerz verbindet. Z.B.: ein Familienmitglied, zu enge Bindung/Anhaftung, Anhaftung an ein Haustier, Anhaftung an eine Situation, die ich nicht loslassen kann etc. oder auch eine „Eigenschaft“ wie „Lieblosigkeit in meinem Leben“. Auch Ängste können für diese Übung verwendet werden.
  2. Ich schreibe auf einen A4-Zettel das zu behandelnde Thema (oder den Namen der Person) in die obere Hälfte des Blattes.
  3. Ich schreibe meinen Namen auf die untere Hälfte des Blattes.
  4. Ich ziehe im Uhrzeigersinn eine blaue Acht um meinen Namen und das Thema, sodass beides in den voneinander getrennten Hälften der Acht steht.
  5. Ich lasse mir Zeit und visualisiere dieses Bild während ich die Acht nach ziehe. 5-10 Minuten nehme ich mir schon Zeit.
  6. Die Übung wiederhole ich täglich bis zu einem Monat, jedoch so lange, bis sich die emotionale Situation verändert hat. Dafür verwende ich immer das selbe Blatt.
  7. Der letzte Schritt ist das „Cutting“, bei dem ich z.B. mit einer Schere das Blatt in zwei Teile trenne (am Berührungspunkt der beiden Kreise der Acht) und danach verbrenne ich beide Hälften. Dies mache ich gerne im Freien in Form eines Rituals.

Anmerkungen:

  • Mit Kindern macht man das Cutting erst NACH der Pubertät, denn vorher ist die „Überlappung der Kreise“ in Form von enger Bindung normal.
  • Es geht bei dieser Übung darum, dass wir zu allem und jedem einen liebevollen und respektvollen Abstand haben, ohne „aufeinander zu sitzen“ = zwei Kreise, die sich überlappen. Denn diese Art der Bindungen erzeugt Schmerz.
  • Im Grunde kann ich diese Übung mit jedem und allen machen, es löst Verhärtetes auf und schafft einen positiven Freiraum für liebevolle Energie.
  • Auf jeden Fall sollte diese Übung mit den eigenen Eltern gemacht werden, da uns in unserem Kulturkreis die Pubertätsrituale der Trennung verloren gegangen sind.
  • Parallel zu dieser Übung eignet sich die Arbeit mit den Zwillingseigenschaften aus „Befreie dich selbst!“
Befreie dich selbst! Über die Kunst, wahrhaftig zu leben
  • Matthias A. Exl
  • Herausgeber: Mankau
  • Auflage Nr. 1 (15.08.2008)
  • Gebundene Ausgabe: 215 Seiten

Letzte Aktualisierung am 18.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bücher, die ich zum Thema Loslassen gerne empfehle

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