Ein Mann am Jakobsweg, ein Weg der Selbsterfahrung

Was bedeutet Selbsterfahrung? Wieso ist Authentizität und Selbstreflexion wichtig?

In Energetiker Fachartikel, Wissen by Humanenergetiker Team

Wer wahrhaftig den Selbstfindungsweg beschreitet, erfährt mehr über sich selbst, seine emotionale und gedankliche Welt und in weiterer Folge mehr über die wahre Natur des Seins. Dieser Weg mündet in Selbsterkenntnis. Doch was ist Selbsterfahrung und wie beschreite ich den Weg zur Selbsterkenntnis?

Wikipedia definiert Selbsterfahrung als: „Der Begriff Selbsterfahrung ist ein populärwissenschaftlich psychologischer Ausdruck für das Kennenlernen und Reflektieren über das Erleben und Agieren der eigenen Person (Selbst) insbesondere in herausfordernden Situationen.“

Am Anfang des Weges der Selbstfindung stehen die typischen Fragen, die das eigene Leben bestimmen:

  • Ist Glück durch Konsum erreichbar?
  • Welche Vision habe ich und was motiviert mich?
  • Wieso fühle ich mich gefangen hinter unsichtbaren Gitterstäben?
  • Wie höre ich auf mein Herz?
  • Wie bringe ich meine Gedanken zum Schweigen?
  • Ich sehne mich nach Freiheit, was ist zu tun?
  • Wieso fühle ich mich so, als ob ich in einem Traum lebe?
  • Brauche ich einen Lebensplan?
  • Wie finde ich Lebensfreude?
  • Bin ich gut genug?
  • Bin ich authentisch?

In weiterer Folge kommt es zum nächsten Schritt:

Ist Selbsterfahrung nicht mehr als das Erleben der eigenen Person?

Nun steht die Frage „Wer bin ich?“ im Zentrum: Bin ich mein Körper, meine Emotionen, meine Gedanken, meine „Seele“? Die Antwort auf diese Frage kann per Definition nicht vom Verstand gefunden werden – der Grund ist einfach:

  • Ich kann nicht meine Gedanken sein, denn ich existiere auch, wenn die Gedanken vollkommen schweigen.
  • Ich kann nicht meine Emotionen sein, denn ich existiere auch, wenn meine Emotionen schweigen.
  • Ich kann nicht mein Körper sein, denn mein „Ich“ empfinden bleibt gleich, auch wenn ich Körperteile verliere.

Wer bin ich also? Wenn ich nicht mein Verstand bin, ist der Verstand der wahren Natur meines Seins untergeordnet – ein Werkzeug und nicht mehr. Um der Antwort auf die Frage näher zu kommen, betrachten wir das Wort Selbsterfahrung.

Was ist Selbsterfahrung?

Das Wort Selbsterfahrung besteht aus dem Erfahren des Selbst. Das Selbst ist das universelle, alles durchdringende kausale Prinzip. Dem gegenüber steht die Wahrnehmung ein Individuum zu sein – das Ego: „Ich bin nicht alles“, aber „Ich bin eine Person“. Natürlich ist es in spirituellen Kreisen sehr verbreitet auf der Ebene des Verstandes zu behaupten, „alles zu sein“ – jedoch fehlt es oftmals an tatsächlicher Erfahrung.

Wie erreiche ich die Selbsterfahrung bzw. Selbsterkenntnis?

„Ich“ – das Ego – kann diese Erfahrung nicht machen, „ich“ kann nur zugunsten des Seins zu existieren aufhören – dies geschieht, wenn Gedanken, Emotionen und die Ich-Wahrnehmung komplett zum Schweigen gebracht werden. Aus diesem Grund zogen sich Weise in den unterschiedlichsten Kulturkreisen in Höhlen oder die Wüste zurück um in der Stille der wahren Natur des Seins näher zu kommen. Selbsterfahrung führt letztendlich zur Lüftung des Schleiers, der über unserer Welt – der Illusion – liegt.

So ist der Rat an jeden wahrhaftig Suchenden, sich auf Essenzielles zu konzentrieren: den Gang in die Stille, das Finden von Ruhe und die Erkenntnis puren Seins, wahrhaftig zu sein. Begleitet sollte dies von ehrlicher Selbstreflexion werden, um Authentizität im eigenen Leben zu entwickeln!

Was ist Authentizität?

Wikipedia meint in Bezug auf den Menschen, dass „das Handeln einer Person nicht durch äußere Einflüsse bestimmt wird, sondern in der Person selbst begründet liegt. Gruppenzwang und Manipulation beispielsweise unterwandern persönliche Authentizität.

(…) vier Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit man sich selbst als authentisch erlebt:

  • Bewusstsein – Ein authentischer Mensch kennt seine Stärken und Schwächen ebenso wie seine Gefühle und Motive für bestimmte Verhaltensweisen. Erst durch diese Selbstreflexion ist er in der Lage, sein Handeln bewusst zu erleben und zu beeinflussen.
  • Ehrlichkeit – Hierzu gehört, der realen Umgebung ins Auge zu blicken und auch unangenehme Rückmeldungen zu akzeptieren.
  • Konsequenz – Ein authentischer Mensch handelt nach seinen Werten. Das gilt für die gesetzten Prioritäten und auch für den Fall, dass er sich dadurch Nachteile einhandelt. Kaum etwas wirkt verlogener und unechter als ein Opportunist.
  • Aufrichtigkeit – Authentizität beinhaltet die Bereitschaft, seine negativen Seiten nicht zu verleugnen.

Eine als authentisch bezeichnete Person wirkt besonders „echt“. Sie vermittelt ein Bild von sich, das beim Betrachter als real, urwüchsig, unverbogen, ungekünstelt wahrgenommen wird.“ (1)

Die positive Wirkungsweise von Authentizität

  • Erkenne ich die Grundlage meiner wahren Motivation, kann ich den Antrieb für vielleicht problematische Handlungsweisen korrigieren, anstatt mich nur zu zwingen, gewisse Dinge nicht zu tun.
  • Akzeptiere ich die Welt als einen großen Feedback Dealer, erkenne ich auch den Süchtigen in mir, der von einer speziellen Form des Feedbacks abhängig ist. Dies soll nicht bedeuten, dass Feedback schlecht ist: doch die Natur der Sache ist, dass schmerzendes Feedback oder Feedbackabhängigkeit lediglich einen nicht heilen Aspekt in mir aufzeigt.
  • Mit aller Konsequenz zu handeln, schafft innere Ruhe und Zufriedenheit. Ich bleibe mir selbst treu, ich verbiege mich nicht, ich folge dem inneren Ruf im Wissen, dass dieser weiser ist als die Stimme der scheinbaren Vernunft.
  • Erkenne ich meinen Schatten, finde ich ebenso seine Wurzel. Jähzorn kann entweder unterdrückt werden und äußert sich dann als scheinbare Ruhe jenseits eines Buddha Zustandes. Anerkenne ich meine Wut, wird sich auch der Ursprung dieser finden. Finde ich den Ursprung, kann ich mit diesem arbeiten und so bleibende, wirkliche Ruhe finden.
  • Wir sehen, die Faktoren, die zur Authentizität führen, beeinflussen das Leben eines Menschen in sehr positiver Art. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein authentischer Mensch zum Liebling seiner Mitmenschen wird. Dies wiederum ist keinerlei Problem, denn ein authentischer Mensch erkennt schnell den Grund der Ablehnung seiner Mitmenschen: eine tiefsitzende Wunde und ein Mangel an Teilaspekten der eignen Authentizität.

Die Schwierigkeit authentisch zu sein

Menschen lieben es, sich zu verbiegen! Der Mensch verbiegt Wahrheit, um eigene Handlungsweisen zu rechtfertigen. Eine neue Wirklichkeit ist geboren, die oftmals lautstark den Mitmenschen mitgeteilt werden muss. Die Folge ist eine Lagerbildung der Zuhörer, der eine glaubt dies, der andere das. Die üppige Form der ausgeschmückten Mitteilung eigener Wirklichkeiten als Opfer der vermeintlich bösen Welt lässt viele lange in einer selbst-erschaffenen Hölle schmoren. Der Mangel an Selbstreflexion untergräbt jeglichen Ansatz von Authentizität.

Wieder andere spüren den inneren Ruf, Neuland zu entdecken, also große Veränderungen im eigenen Leben vorzunehmen. Doch es fehlt an der Fähigkeit, dies konsequent umzusetzen: schnell wird der innere Ruf abgeschwächt und relativiert, Sicherheiten werden gesucht und eine verbogene Form der eigentlich notwendigen Handlung wird geboren. Übrig bleibt ein entstellter Kompromiss der Angst, der als Vernunft den Mitmenschen verkauft wird. Übrig bleibt ein Möchtegern-Fallschirmspringer, der aus 25 Zentimeter Höhe in das aufgebettete Bett fällt.

Neben vielen weiteren Formen sei noch der authentische Lügner erwähnt: er glaubt mittlerweile seine eigene Geschichte und ist innerhalb dieser Parameter authentisch. Die Rolle des z.B. lustigen Kumpels ist zur Identität geworden, während es in seinem Inneren gänzlich anders aussieht. „The show must go on!“ ist das Motto jener Menschen, die oftmals starke Stimmungsschwankungen erleben. Das Mittel der in Echtzeit angepassten Geschichten zur Rechtfertigung der eigenen Wirklichkeit wird gerne und im Übermaß angewendet. Die gute Miene zum bösen Spiel ist ein standardisierter Gesichtsausdruck, während die Seele leidet.

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Tipps zum Thema Authentizität

Suchst du wahre Ruhe, innere Zufriedenheit und Motivation für deine Projekte, ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Authentizität unerlässlich! Die folgenden Tipps sollen dir helfen, deine wahren Stärken und Selbstvertrauen zu entwickeln:

  • Egal, wie oft du dies schon gehört hast: widme dich der Selbstreflexion! Sei ehrlich zu dir selbst. Bist du ein authentischer Lügner, mache einen einfachen Test: wessen Meinung über dich ist dir wichtig? Bitte genau jene Person um Feedback zu deinen negativen Eigenschaften. Überprüfe, wie jenes Feedback auf dich wirkt – prüfe es auf Wahrheitsgehalt, verwerfe es nicht sofort. Bist du dir unsicher über eine Eigenschaft, frage in Bezug auf diese Eigenschaft weitere Personen. Alternativ verwende die Übung der Zwillingseigenschaften aus dem Leitfaden der Selbstreflexion aus „Befreie dich selbst“, um problematische Aspekte in dir zu entlarven.
  • Bleibe dir selbst treu! Finde deinen Weg und nicht den Weg deiner Mitmenschen. Sei dir bewusst, dass du jede Möglichkeit hast, alles zu ändern. Niemand trägt Verantwortung für dein Leben außer du selbst.
  • Verbiege dich nicht! Du suchst einen neuen Job und willst dich für diesen beim Jobinterview anpassen? Bleibe authentisch! Sei du selbst! Verbiegst du dich und verkaufst dich beim Interview, dauert es nicht lange im Berufsleben, bis die Firma deine Lüge entdeckt. Mit Authentizität gehst du diesem Problem aus dem Weg.
  • Sei konsequent! Du spürst den Ruf in dir? Fühlst du auch die Stimme, die den Ruf wiederum relativieren möchte? Höre nicht auf sie! Zu viele Menschen sind vernünftig, zu wenige sind mutig.
Befreie dich selbst! Über die Kunst, wahrhaftig zu leben
  • Matthias A. Exl
  • Herausgeber: Mankau
  • Auflage Nr. 1 (15.08.2008)
  • Gebundene Ausgabe: 215 Seiten

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Setze Tag für Tag diese Tipps um, und du wirst authentisch leben. Es liegt an dir, die Zecke im Schafspelz des Schafs bzw. das Schaf in der Herde zu sein. Nur sehr wenige sind mutig und konsequent genug, den Trott der Herde zu verlassen, um dadurch zu erkennen, dass sie weder das Schaf, noch die Zecke, sondern in Wahrheit der Hirte sind. Gehörst du dazu?

Spirituelle Tricks, um der wahren Selbstreflexion auszuweichen

Frage dich: Bist du ein seelischer Hypochonder oder ein überheblicher Egozentriker? Oder bist du eher ein Schneeflockenmensch, der alles erspüren muss, bevor er in sein Schneckenhaus verschwindet? Es ist an der Zeit, ehrlich zu sein und dem Leben eine neue Richtung zu geben.

Selbstfindung ist eine Münze mit zwei Seiten: Auch hier kann man sich, ohne es zu wissen, verlaufen. Viele, die sich auf diesen Weg begeben, vergessen, dass es nicht nur der Weg an sich ist, um den es geht. Selbstfindung bedeutet auch, dass es gut wäre, etwas tatsächlich zu finden! Was ich damit meine, ist: Selbstfindung an sich kann zum Selbstzweck werden: Schneeflockemenschen, die sofort beleidigt und von allem zutiefst berührt sind, verwenden Selbstfindung, um alles bis in das kleinste Detail zu ergründen und zu erspüren. Seelische Hypochonder suhlen sich in der Aufmerksamkeit ihrer spirituellen Lehrer. Überhebliche Egozentriker erkennen täglich selbstverliebt ihre spirituelle Überlegenheit neu.

Ehrliche Selbstreflexion

Was viele nur zu gerne vergessen, ist, dass es nur um eine einzige Frage geht:

  • Wieso tue ich, was ich tue?

Daraus entstehen wichtige Folgefragen:

  • Wieso höre ich nicht heute damit auf?
  • Wieso verändere ich mich nicht jetzt?
  • Wieso schiebe ich notwendige Veränderung auf?

Wieso weichen wir diesen Fragen aus? Weil es einfacher ist, in Klausur zu meditieren als dem Partner zu sagen, dass man nicht mehr mit ihm zusammen sein will. Es ist einfacher, mit Kristallen das Wohnzimmer zu harmonisieren, als die Wurzel des Streits mit den Familienmitgliedern auszureißen. Es ist viel leichter, einmal im Monat sich energetisch zu betätigen anstatt energisch das eigene Leben nachhaltig zu verändern.

Bitte wisse, dass auch ich den Schatten am Pfad lange genug gefolgt bin. Es erforderte Mut, zu wahrer Veränderung ja zu sagen. Es erforderte Duldsamkeit, die Konsequenzen zu ertragen. Doch im Nachhinein betrachtet kann ich nur eines sagen: Ehrlichkeit ist die beste Entscheidung, die man treffen kann. Mut ist der beste Begleiter. Freude und Dankbarkeit lassen die Beschwerden der Seele verschwinden.

Vielleicht ist es gerade heute auch für dich Zeit, über jene Ehrlichkeit nachzudenken.

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Unser Geschenk an dich: Leitfaden zur Selbstreflexion

Für jene Menschen, die selbständig an sich arbeiten wollen, haben wir einen Leitfaden zusammengestellt, in dem wir beschreiben, wie du auf ehrliche und systematische Weise Selbstreflexion betreiben kannst. Du findest darin praktische Tipps, wie du all jene unbewussten Muster aufspüren kannst, die so viele Probleme verursachen.

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Quellenangaben:

  • (1) Wikipedia-Artikel „Authentizität“
  • Ulrich Schnabel (2014). Mein wahres Gesicht. DIE ZEIT Nº 34/2014. Online im Internet: URL: http://www.zeit.de/2014/34/authentizitaet-persoenlichkeit-wahres-gesicht (Stand 04. Oktober 2014)
  • -Psych. Astrid Emmerich (2014). Forschungsprojekt Authenticos: Was ist Authentizität? Online im Internet: URL: http://www.authenticos.de/authentizit%C3%A4t-und-arbeit/was-ist-authentizit%C3%A4t/ (Stand 04. Oktober 2014)
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