Ein Mann, der freudig in die Luft springt im Sonnenuntergang

Visionen und Lebensplanung auf Kosten der Lebensfreude?

In Energetiker Fachartikel, Praxis by Humanenergetiker Team

In der Geschichte der Menschheit gibt es zahlreiche Beispiele großer Visionäre, deren Zukunftsbilder sich verwirklichten. Sie benutzen eine Fähigkeit des Menschen, die wir alle besitzen: die Erschaffung eines gedanklichen Bildes, welches zur Wirklichkeit wird. Die Frage, die sich stellt, ist die Wahl der eigenen Vision bzw. wo ist die Quelle meiner Motivation?

Wem oder was dient meine Vision, wieso ist mir diese Vision so wichtig? Der Mensch ist gesegnet mit der Fähigkeit, unterscheiden zu können und kritisch Dinge zu hinterfragen. Visionen werden aber sehr oft als gegeben hingenommen, ohne einer kritischen Prüfung unterzogen zu werden.

Ja, ich weiß, wovon ich spreche: Persönlich wurde ich sehr früh als Visionär angesehen, als einer, der hoch hinaus wollte: Die Vision meiner Zukunft drehte sich um das in der Gesellschaft anerkannte Modell der Leistung und des Geldverdienens. Du bist, was du verdienst! Du bist dein Status, deine Macht, dein Besitz! Meine Motivation war es, auf Grund meiner beruflichen Leistungen in einem Artikel einer international bekannten Wirtschaftszeitung Erwähnung zu finden. Als ich Vizepräsident eines großen amerikanischen Konzerns wurde, waren alle meine Zukunftsträume zur Gegenwart und wahr geworden. Ich hatte meine ganze gedankliche Energie in die Wahrwerdung dieser Visionen gesteckt und mein Ziel erreicht.

Welchen Preis bezahle ich für meine Vision?

Was war das Resultat, war ich nun ein anderer, besserer Mensch geworden? Nein, ich war noch immer ich! Reicher zwar, aber mit den gleichen Gefühlen, nur nicht mehr abgelenkt durch das Streben nach Verwirklichung meiner Vorstellungen. Ich war auch bereit gewesen, sehr viel für meinen Aufstieg zu tun. Entbehrungen in Kauf zu nehmen, Winkelzüge vorzunehmen, um besser zu sein, als meine „Mitbewerber“. Die Folge war ein Gefühl von Traurigkeit, Einsamkeit, Leere – Depression. Viele Menschen, die mir wichtig waren, hatte ich durch die Veränderung meiner Art durch Anwendung von Ellenbogen-Taktiken verloren.

Durch das entstandene Leid begann bei mir der Prozess des Umdenkens. Wie konnte ich so hoch aufsteigen und gleichzeitig so tief fallen? Wo lag der Fehler? War es die eigene Arroganz, zu glauben, alles haben und erreichen zu können, oder lag der Fehler in der Art meiner Zukunftsvision?

Visionen, die im unerlösten Unterbewussten enstehen

Egal, um welche Vision es sich handelt, es wird Befürworter und es wird Gegner geben. Wer hat nun recht und vor allem, nach welchem „Wertesystem“ wird gemessen? Gibt es überhaupt eine allgemein gültige Vision, die nur aufbauend und befreiend ist?

Ja, die gibt es – davon bin ich heute überzeugt, denn ich habe aus meinen Fehlern gelernt: Der Mensch tendiert dazu, Visionen der Zukunft aufgrund von Mangelerscheinungen im eigenen Unterbewusstsein zu wählen. Erlaube mir, dies anhand eines berühmten Beispiels zu erläutern: Martin Luther King hatte die Vision, dass die Unterdrückung der Afroamerikaner und Schwarzafrikaner ein Ende finden sollte. Warum? Das liegt klar auf der Hand: Zusammen mit seinen Eltern musste er bis 1941 in einer Straße leben, in der ausschließlich Schwarze zu wohnen hatten. Martin Luther King erfuhr am eigenen Leib, was Diskriminierung bedeutet und empfand sicherlich den Mangel an Gleichberechtigung. Die Folge war eine große Vision mit weitreichenden positiven Folgen.

Wie sieht es nun mit kleinen Visionen, unseren Alltagsvisionen aus? Unterliegen diese den gleichen Gesetzmäßigkeiten? Wenn wir unsere Visionen und Ziele nicht hinterfragen, meine ich: Ja, unser Unterbewusstsein spielt in der Wahl eine sehr große Rolle. Ein Beispiel, das auch auf mich zutraf: Wenn man als Kind ein Außenseiter war, kann der Selbstwert darunter leiden. So kann die Vision einer erfolgreichen Karriere z.B. das Resultat dieses Mangels an Selbstbewusstseins sein. Vielleicht habe ich noch nicht gelernt, mich selbst wirklich zu mögen, mich zu lieben, mehr noch, mich wertvoll und gut, so wie ich bin zu empfinden. Die Folge: man sucht im Außen nach jenen Emotionen; man will etwas beweisen! Wenn nun sehr oft unsere Visionen in unserem Unterbewusstsein wegen „persönlicher“ Mängel entstehen, wäre es dann nicht besser – statt immer wieder das löchrige Fass mit Wasser zu füllen – zu versuchen, dieses endlich zu reparieren?

Das unterbewusste Problem hinter einer Vision erkennen und erlösen

Was ist das Resultat, wenn wir das Problem in unserem Unterbewusstsein erkennen und aufarbeiten? Zufriedenheit und Glück. Darum geht es doch in unserem Leben! Wieso sind wir sonst hier? Unser Leben besteht nicht daraus, zu funktionieren, Geld zu verdienen, Steuern zu zahlen, vorzusorgen und irgendwann zu sterben. Dies bedeutet nicht, dass Gelderwerb oder Karriere schlecht sind. Es bedeutet vielmehr, dass lediglich das Resultat meiner Handlungen Glück, innerer Frieden und Gelassenheit sein sollte.

Unterziehe daher dein Leben einer kritischen Prüfung: Was sind die Visionen, die du in deinem Leben hattest und hast? Welche Visionen hast du aufgegeben und warum? Welche Visionen hast du erhalten und wieso verfolgst du diese wirklich? Bist du wirklich glücklich oder hast du dich arrangiert? Dies sind sehr wichtige Fragen, die du dir stellen solltest. Ziehe eine kritische Bilanz deines Lebens. Dies ist der erste Schritt.

Danach frage dich, welche Faktoren dich daran hindern, glücklich zu sein. Hinterfragen deine eigenen Gefühle – woher kommen deine Mangelerscheinungen? Welche Gedanken quälen dich? Wenn du wirklich kritisch zu diesen Punkten hinsiehst, wirst du feststellen, dass die Lösung und das Glück niemals im Außen zu finden ist, nicht in Geld, Macht, Karriere oder anderen Menschen, sondern ausschließlich in dir selbst! Wir alle sind das Resultat unserer Erfahrungen, die wir von Anbeginn unseres Lebens gemacht haben. Fein säuberlich und akribisch genau ist alles in unserem Unterbewusstsein gespeichert und kommt in Form von Mangelerscheinungen an die Oberfläche. Doch genau diese Themen kann man ein für alle Mal auflösen und damit frei werden. Auch frei werden für neue – bewusste – Visionen. Wenn du nun fragst „Ja, aber wie?“: Wege gibt es viele, einen möglichen beschreibe ich im Leitfaden zur Selbstreflexion und der Arbeit mit den Zwillingseigenschaften aus Befreie dich selbst!

Befreie dich selbst! Über die Kunst, wahrhaftig zu leben
  • Matthias A. Exl
  • Herausgeber: Mankau
  • Auflage Nr. 1 (15.08.2008)
  • Gebundene Ausgabe: 215 Seiten

Letzte Aktualisierung am 9.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Was geschieht, wenn man den Mangel im Unterbewusstsein als sein persönliches Lernthema annimmt und auflöst? Das Leben und die Visionen verändern sich! Meine eigene Vision ist mittlerweile wahr geworden: Ich bin dankbar, glücklich zu sein! Ich fand eine neue Lebensqualität. Kein Geld der Welt kann dieses Gefühl kaufen – man ist endlich angekommen. Erreicht man dieses Ziel, hat man nur mehr eine Vision: dieses Gefühl mit anderen zu teilen, es weiterzugeben. Und genau dies versuche ich jetzt mit diesem Artikel oder allen Projekten, die ich verwirkliche. Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein! Du hast ein Recht auf inneren Frieden und Liebe! Denn, wie Martin Luther King einst sagte: „Die Liebe ist die stärkste Waffe der Menschheit, um persönliche und gesellschaftliche Wandlungen zu erreichen.“

Ist ein Lebensplan wichtig?

Ist es nun der Sinn und Zweck des Lebens, die Gegenwart der Absicherung einer möglichen Zukunft zu opfern? Kennst du den Würgegriff laufender Verbindlichkeiten, die die eigene Seele ersticken? Vielleicht ist es an der Zeit, die eigene Lebensplanung zu hinterfragen.

„Dies ist mein Haus“, sprach der mittlerweile knapp 80 jährige Japaner Prof. Kazuo Kon in Porto, als er mit dem Finger auf sein Auto zeigte. Lange war er auf Reisen gewesen, hatte unterschiedliche Länder besucht und verschiedenste Menschen getroffen. Der Lehrer von Judo und alternativem Wissen berührte uns mit seiner Leichtigkeit, mit der er nicht nur über mehrere Stockwerke Stiegen hoch läuft, sondern auch sein Leben lebt. Kazuo Kon reist mit leichtem Gepäck – geistig wie physisch. Dies ist eine weise Fähigkeit, die nur wenige Menschen in ihrer Tiefe voll erfasst und tatsächlich verwirklicht haben.

Kürzlich führte ich ein Gespräch mit jemandem, der mir erklärte, wie wichtig es sei, einen Lebensplan zu haben. Die Aussage erinnerte mich an mein Wirtschaftsstudium und der Theorie, dass jede Firma eine Vision und eine Mission definiert haben sollte. Selbstverständlich lassen sich Wirtschaftstheorien auch auf das praktische Leben umsetzen. Der Vorteil ist offensichtlich: Eine konkrete Lebensplanung schafft Sicherheit, das Leben wird planbar und ein gestecktes Ziel leichter erreichbar, als wenn man sich dem bei Künstlern sehr beliebten schöpferischen Chaos hingibt. Die letzten 20 Jahre meines Lebens verbrachte ich jenem Dogma folgend. Abgesichert lebte ich in einem schönen Haus, Katzen strichen um meine Beine, die Sozialversicherung buchte voller Freude jedes Monat die Beiträge von einem gedeckten Konto ab, während ich zu jedem 15ten des Monats zweifärbige Umsatzsteuererklärungen ausfüllen durfte. Die Schulden waren abgezahlt und mit einem genügsamen Lebensstil war es auch möglich, den Kaffee am Morgen und meine Berufung im Alltag richtig zu genießen. Eigentlich war alles für meine gesicherte Pension in gefühlten 150 Jahren vorbereitet… Ich hätte nur genau so weiter machen müssen, meine Strategie der geplanten Sicherheit hätte sich ausgezahlt, sofern ein ungeplanter Krebs mir nicht einen Strich durch die Rechnung machen würde. Ja, ich war frei! Wirklich?

Der Lebensplan als goldener Käfig

Während für viele Menschen jenes Leben ein wahrer Traum wäre und manchmal auch ist, war es für mich eine Form von goldenem Käfig mit unsichtbaren und sichtbaren Gitterstäben. Zu viel war es, mit dem ich mich umgab, zu geplant mein Leben. Die erreichte scheinbare Sicherheit erstickte meine Seele durch den Würgegriff laufender Verbindlichkeiten. Mit „Reise mit leichtem Gepäck!“ zitierte meine mittlerweile verstorbene Lehrerin Phyllis Krystal oft den universellen Lehrer Sai Baba. Tatsächlich lebt sie nach diesem Motto seit vielen Jahren.

Das Herz weiß in jeder Lebenslage, was zu tun ist. Eine Eigenschaft des Menschen ist es, sehr auf Sicherheit bedacht zu sein. Die Absicherung des eigenen Lebens erzeugt den Schein von Freiheit, weil die eigene nagende Angst vor dem Ungewissen befriedigt scheint. Für jene Absicherung der eigenen geplanten Zukunft ist man bereit, die Freiheit im Jetzt zu opfern. Harte Arbeit bezahlt die notwendigen Versicherungen – meine heute geschaffene Basis ist der Garant für meine erdachte Zukunft in Freiheit. Dieses Modell ist für viele Menschen erstrebenswert und funktioniert zu einem gewissen Grad manchmal gut, manchmal aber auch schlecht.

Ein Adler, der fliegt

Der Lebensplan erdrückt die Lebensfreude

Wieso Phyllis oder Kazuo einem vordefinierten Lebensplan nun nicht folgen, kann entweder Ausdruck puren Wahnsinns sein oder eben auch etwas anderes. Ich für mich habe nach einer Testphase des Lebensplan- und Absicherungsmodells erfahren, dass es mir nicht entspricht. Am Ende des Jakobsweges am Strand von Finisterre fragte jemand einen jungen Amerikaner, wieso dieser jetzt noch mit unbestimmtem Ziel weiter wandern wolle. Die Antwort war sehr kurz: „Ich lebe!“.

Ich habe erkannt, dass ich lebe! Dies bedeutet im Umkehrschluss nun nicht, dass alle Menschen, die nicht meine Erfahrung machen, sondern sich für ein gutbürgerliches Leben entschieden haben, nicht leben. Es bedeutet nur, dass ich mich selbst in der konservativen Art des Lebens nicht mehr spürte und die Reise des Lebens mit leichtem Gepäck mehr dem entspricht, was für mich Leben bedeutet. Für mich ist der konstante Versuch der Zukunftsabsicherung, die Angst vor dem Unbekannten, die Versicherung des eigenen Lebens nicht mehr erstrebenswert. Jemand sagte zu mir, dass mein Leben bei Ablehnung aller konservativen Werte in der Zukunft zunehmend durch Sachzwänge fremdgestaltet würde und dass durch Planung dies in Zukunft nicht geschehen würde. Welche Ironie: Ich akzeptiere im Jetzt den Sachzwang etwas erschaffen zu müssen, um in einer trotz alledem ungewissen Zukunft dadurch vielleicht scheinbare Freiheit erfahren zu dürfen. Tatsache ist: Wahre Freiheit entsteht im Inneren im Hier und Jetzt.

Ich habe mich entschlossen, dem Herzen zu folgen: Im Jetzt nicht nur die Zukunft planend zu überleben, sondern wahrlich zu sein und das Leben jetzt so anzunehmen, wie es ist. Und es ist leicht, nachdem ich mich von den von mir selbst bewusst erschaffenen Fesseln und Verbindlichkeiten befreit habe. Ich musste nur auf die Absicherung meiner Zukunft verzichten. Sind nun Ziele, Visionen und eine Lebensplanung gut oder schlecht? Weder noch. Es kommt lediglich darauf an aus welcher Quelle diese entstehen: Ist es Freude, tiefes Vertrauen und Leichtigkeit, ist alles in bester Ordnung. Ist es aus Zukunftsangst oder Sorge, ist es Zeit, das zugrunde liegende Gefühl zu hinterfragen. Heute weiß ich: Wenn der Tag kommt, an dem ich meine Pilgerreise des Lebens beende, wird es mit leichtem Gepäck sein. Ungeplant, dann nämlich, wenn er es für richtig hält und das voller Lebensfreude ohne Bedauern.

Auch interessant:  Glück durch Konsum?

Wie heißt es in der Bergpredigt? „Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.“

Tipps, wie ich vom Reagieren in das Agieren wechseln kann

Es ist möglich, aus dem Hamsterrad auszubrechen. Nicht das Hamsterrad zwingt mich so schnell zu laufen, sondern das Hamsterrad dreht sich so schnell, weil ich so schnell laufe! Viele Menschen fragen sich: „Wie bewerkstellige ich eine Veränderung meiner Situation?“. Der Hintergrund dieser Frage kann beruflicher als auch privater Natur sein. Gemeinsam haben die beiden Bereiche, dass Veränderung meistens schwierig scheint und die Antwort auf die Frage oft lange auf sich warten lässt.

Reaktion als Verhaltensmuster

Es liegt in der Natur des Menschen, sich an Situationen anzupassen. Evolutionäre Anpassung ist eine Fähigkeit, die uns über die Jahrtausende das Überleben gesichert hat und Teil unserer Verhaltensweise ist. Mehr noch: evolutionäre Anpassung macht auch vor einer Veränderung unseres Verhaltens nicht halt. Der Mensch ist geradezu dafür gemacht, problematische Situationen zu erkennen und sich an diese anzupassen. Dies trifft auf Jahrtausende als auch Sekunden zu. Doch genau hier liegt ebenso eines der größten Probleme des Menschen: er ist trainiert darauf, zu reagieren! Wir nehmen etwas wahr, was sich für uns problematisch anfühlt und reagieren darauf. Die Situation als gesamtes wird hierbei oft nicht erfasst, sondern lediglich der Teilaspekt, der gerade weh tut. Es wird dann vielleicht eine Entscheidung über den Teilaspekt getroffen und etwas verändert, bis die nächste untragbare Situation auftritt. Die Folge ist eine Reihe von kleinen scheinbaren Korrekturen, die insgesamt die Situation aber nur unwesentlich verbessern. Tatsache ist, dass in diesem Fall die Aneinanderreihung von Schmerzpunkten das Leben steuert bzw. den Lebensplan schreibt. Das Leben lebt mich, nicht ich das Leben.

Wie erkenne ich, ob ich ein reagierender Mensch bin:

  • Liebe ich es, mir selbst leid zu tun?
  • Freue ich mich über jede Möglichkeit, mich über etwas zu beklagen?
  • Bin ich eifrig im Beurteilen meiner Mitmenschen?
  • Geschehen mir laufend unschöne Dinge?
  • Bestimmen äußere Einflüsse mein Leben?
  • Bin ich überzeugt davon, dass es jedem so geht und dies nicht zu ändern ist?

Aktion als Verhaltensmuster

Im Gegensatz dazu gibt es die Menschen, die aus der Schleife des Reagierens ausbrechen und sich entscheiden, wirklich inne zuhalten, um eine größere Bilanz des Lebens zu ziehen. Es ist sowohl ein gedanklicher Prozess, das Konzept des Reagierens loszulassen, als auch eine Mischung aus Erfahrung und Reife, die uns erlaubt, aktiv das Leben zu gestalten.

Wie breche ich aus dem Kreislauf der Reaktionen aus bzw. unterbreche diesen?

  1. Der erste Schritt ist, zu erkennen! Ich spreche von der Bereitschaft, einen wichtigen Gedanken zu akzeptieren: Es ist möglich, aus dem Hamsterrad und meinem reagierenden Verhalten auszubrechen. Nicht das Hamsterrad zwingt mich, so schnell zu laufen, sondern das Hamsterrad dreht sich so schnell, weil ich so schnell laufe! Schon beim Lesen spüren Sie vielleicht den Widerstand: „NEIN, ich kann nicht weil…“ und genau hier liegt das erste große Problem. Du verschließt dich vielleicht der Möglichkeit der Freiheit und siehst dadurch nicht, dass die Zellentüre weit offen steht.
  2. Der zweite Schritt ist, sich die nachfolgenden Fragen zu stellen:
  • Wer bin ich wirklich?
  • Wie bin ich wirklich?
  • Wie habe ich mich entwickelt?
  • Lebe ich mein Leben und anerkenne ich den Wert eines jeden Tages?
  • Wenn ich nur noch sechs Monate zu leben hätte, wie würde ich diese verbringen?
  • Wenn ich drei Wünsche frei hätte, was würde ich mir wünschen?
  • Brauche ich tatsächlich all das, was ich mir erschaffen habe?
  • Wenn ich neu beginnen könnte, wie würde ich es tun?
  1. Der dritte Schritt ist, aus den Antworten auf die Fragen eine Bilanz zu ziehen und diese nieder zu schreiben. Wie viel hat die Bilanz mit meinem jetzigen Leben zu tun? Bin ich zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle? Bin ich glücklich?
  2. Der vierte Schritt ist, aus der Schlussfolgerung Aktionen zu setzen. Was kann ich kurz-, mittel- und langfristig wie umsetzen? Habe keine Angst vor drastischen Entscheidungen. Die Angst und die üble Nachrede von außerhalb des engsten Familienverbandes (Partner und Kinder) stehenden Personen kann hierbei völlig außer Acht gelassen werden. Niemand lebt dein Leben, nur du selbst. Wenn dein Partner dich wahrlich liebt, ist er auch an deinem Wohlergehen interessiert. In diesem Fall wird er die Notwendigkeit einer Veränderung verstehen, an seinen eigenen Ängsten in diesem Zusammenhang arbeiten und dich bei der Erneuerung unterstützen.

Es ist wichtig, zu erkennen, dass es immer möglich ist, jetzt das Fundament für ein neues Leben zu setzen. Dies ist mit oder ohne Partner, mit oder ohne Kinder, mit oder ohne Job immer möglich. Erkenne, dass dies möglich ist. Dies ist der erste Schritt zur wahren Freiheit, in der man aktiver Schöpfer und nicht mehr ein ausgeliefertes Opfer einer scheinbar schwierigen Welt ist.

Wiederfinden der Lebensfreude

Wir alle waren einmal Kinder und vielleicht erinnern sich einige an eine Zeit der Unbeschwertheit und empfundenen grenzenlosen Freiheit. Kinder leben ganz natürlich die Idee von Leichtigkeit und Freude des süßen Lebens. Doch schon sehr früh tauschen Menschen aufgrund der Sozialisierung das süße Leben gegen Leistungsgedanken aus. Mit allen bekannten Wahrnehmungen: Zeitmangel, Druck, Sorgen, Sinnlosigkeit, Sachzwängen, Einsamkeit und vielem mehr. Die Folge: Wir suchen nach Freiheit. Doch vielleicht geht es gar nicht darum, Neues zu entdecken, sondern Altes wiederzufinden?

Kürzlich traf ich einen lieben Freund. Statt zu arbeiten verbrachten wir vier Stunden bei gutem Wein und hervorragendem Essen den Sonnenschein genießend und über das Leben sinnierend. La Dolce Vita pur! Ich bemerke, wie sehr ich die ehrlichen Gespräche mit Menschen genieße, die es wagen, einfach sie selbst zu sein. Jene Unbeschwertheit und bedingungslose Ehrlichkeit kenne ich vor allem aus Irland. Es ist jenes Land, in welchem die Menschen zuerst annehmen, dass du ein Freund bist und du sie erst in weiterer Folge davon überzeugen musst, dass du es nicht bist. Hier in Österreich tendieren wir dazu, uns genau umgekehrt zu verhalten: Wir sind freundlich und gleichzeitig vorsichtig zurückhaltend: Wer bist du? Was willst du von mir? Tiefer gehende oder spontane, ehrliche Gespräche sind so viel schwieriger zu führen, vor allem wenn es wichtig ist, den Schein aufrecht zu erhalten.

Vorsicht und La Dolce Vita

Auch ich habe aufgrund von Verletzungen und missbrauchtem Vertrauen den Gedanken, mich allen jederzeit gleich öffnen zu müssen, aufgegeben. Dennoch öffne ich mich jenen Menschen, wo ich wahrnehme, dass sie mit dem Herzen sehen. Wenn ich aber unsere heutige Gesellschaft ansehe, fällt mir auf, wie viele die Freude am authentischen Miteinander, am süßen Leben und dem einfachen, spontanen Beisammensein – auch mit Unbekannten – verloren haben. Jene kindliche Freude und der Entdeckergeist scheinen oftmals durch Zeitmangel, Druck und Vorsicht ersetzt worden zu sein. Wir versuchen unsere Zeit effizienter zu managen, richten den Blick auf Unwesentliches aus und verlieren dabei immer mehr unsere Spontanität und kreativen Träumereien.

Die großen Leute lieben nämlich Zahlen. Wenn ihr euch über einen neuen Freund unterhaltet, wollen sie nie das Wesentliche wissen. Sie fragen dich nie: »Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge?« Sie wollen lieber wissen: »Wie alt ist er? Wie viele Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater?« Erst dann werden sie glauben, ihn zu kennen. Und wenn ihr den großen Leuten erzählt: »Ich habe ein sehr schönes Haus mit roten Ziegeln gesehen, mit Geranien vor den Fenstern und Tauben auf dem Dach …« werden sie sich das Haus nicht vorstellen können. Ihr müsst vielmehr sagen: »Ich habe ein Haus gesehen, das hunderttausend Franken wert ist.« Dann kreischen sie gleich: »Oh, wie schön!« – Antoine de Saint-Exupéry

  • Wir scheinen immer schneller zu werden, während sich die Seele nach Langsamkeit sehnt.
  • Wir sprechen über Unwichtiges, während wir uns nach Substanziellem sehnen.
  • Wir beschäftigen uns mit Belanglosigkeiten, während wir uns nach Sinn verzehren.
  • Wir erleben Einsamkeit in unseren sozialen Netzwerken, während wir uns nach Verbindung sehnen.
  • Wir werden ärmer, während wir unsere Bankkonten füllen.
  • Wir versuchen uns durch Verträge abzusichern, während wir Freiheit und Unabhängigkeit von Verbindlichkeiten suchen.
  • Wir versuchen Glücksmomente zu kaufen, während diese für uns als kostenlose Geschenke warten – doch wir sehen sie nicht.

La Dolce Vita – der Zauber des Moments – im Gegensatz zum Lebensplan

Dolce Vita bedeutet (unter anderem) für den Italiener ein stressfreies, gediegenes und freudiges Leben, welches aber vom Geld unabhängig existiert. Es ist eine Lebensweise, die das Auge auf das Wesentliche ausrichtet. Es geht also nicht nur um luxuriöses Leben und Vergnügen. Vielmehr ist es Ausdruck der spontanen Freude, dem Sich-Zeitnehmen für den Zauber des Moments und diesen in all seinen Facetten in sich aufzunehmen. Ich erinnere mich gerne an ein spontanes Zusammentreffen einiger Bewohner unseres Dorfes unter einem Nussbaum. Zuerst waren wir nur zu dritt. Doch Leute, die am Weg vorbei kamen, blieben stehen und gesellten sich zu uns. Wir saßen am Boden, haben gefeiert und gelacht.

Erinnerst du dich, wie sich als Kind Ostern oder Weihnachten angefühlt hat? Erinnerst du dich, wie unbeschwert du vielleicht warst? Erinnerst du dich an den Zauber, der sich in deinen Augen spiegelte?

Heute bin ich mehr denn je überzeugt, dass das Leben jedem von uns die Chance gibt, wiedergeboren zu werden. Wiedergeburt bedeutet, jene kindliche Freude und das Vertrauen in das Leben wiederzufinden. Der Zauber des Lebens umgibt uns jeden Tag. Er offenbart sich, wenn wir bereit sind, innezuhalten und unser Leben neu auf das Wesentliche auszurichten. Das Wesentliche ist das, was wir mit dem Herzen sehen, das tiefe, innere Wissen, was uns guttut und was nicht. Es ist das Wiederfinden der inneren Unbeschwertheit frei von Planung und Visionen, welches den Entwicklungskreis schließt und uns zu reiferen Seelen werden lässt. Es ist mir bewusst, dass dies auch oftmals bedeutet, mutige Schritte zu setzen, Lebens- und Gedankenmuster loszulassen und bereit zu sein, alle Konsequenzen zu tragen.

Vielleicht ist es auch für dich an der Zeit, solche Schritte zu wagen und wiedergeboren zu werden.

Bücher, die wir zum Thema Visionen und Lebensgestaltung gerne empfehlen

Unser Geschenk an dich: Leitfaden zur Selbstreflexion

Für jene Menschen, die selbständig an sich arbeiten wollen, haben wir einen Leitfaden zusammengestellt, in dem wir beschreiben, wie du auf ehrliche und systematische Weise Selbstreflexion betreiben kannst. Du findest darin praktische Tipps, wie du all jene unbewussten Muster aufspüren kannst, die so viele Probleme verursachen.

Trage dich hier ein und du wirst in Zukunft über neue Beiträge informiert und erhältst außerdem kostenlos den Leitfaden zur Selbstreflexion:

Teile diesen Beitrag und unterstütze unsere Arbeit!