Ein Paar in mittelalterlicher Gewandung auf einem Fest

Verlust der Lebensfreude am spirituellen Pfad

In Energetiker Fachartikel, Praxis by Humanenergetiker Team

Auf der Bootsfahrt durch das Leben besteht für den Menschen immer die Gefahr, die wahre Lebensfreude zu verlieren. Doch wer würde denken, dass gerade der Weg der Selbstfindung die Gefahr des Verlusts der Lebensfreude beinhalten kann? In diesem Artikel erfährst du mehr über kalte Spiritualität und dem Weg heraus.

Brief einer 95-jährigen Frau

“Wenn ich mein Leben noch einmal Leben könnte, würde ich versuchen, beim nächsten Mal mehr Fehler zu machen. Ich würde nicht mehr so perfekt sein, sondern viel entspannter, nachgiebiger. Ich wäre alberner, als ich es bei diesem Trip war. Es fallen mir nur sehr wenige Dinge ein, die ich so ernst nehmen würde. Ich wäre verrückter und weniger auf Hygiene bedacht. Ich würde mehr Chancen ergreifen, mehr Reisen machen, mehr Berge besteigen, in mehr Flüssen schwimmen.

Ich würde Orte besuchen, die ich noch nie gesehen habe. Ich würde mehr Eiskrem und weniger Bohnen essen. Ich hätte mehr reale und weniger eingebildete Probleme. Wissen Sie, ich gehörte zu jenen Menschen, die vorbeugende Maßnahmen ergriffen, vernünftig und gesund lebten. Stunde um Stunde. Tag um Tag. Oh, ich hatte meine Augenblicke und wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich mehr von diesen Augenblicken sammeln. Augenblick um Augenblick.

Ich gehörte zu jenen Menschen, die niemals ohne Thermometer, Wärmflasche, Mundwasser, Regenmantel und Fallschirm unterwegs sind. Falls ich noch einmal leben könnte, würde ich mir leichterem Gepäck reisen. Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich im Frühling früher anfangen, barfuß zu laufen, und im Herbst später damit aufhören. Ich würde öfter Karussell fahren, mehr Sonnenaufgänge anschauen und öfter mit Kindern spielen. Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte. Aber das kann ich nicht… ich bin 95 Jahre alt und weiß, dass ich bald sterben werde.” – (Nach Jorge Luis Borges)

Hast du deine Lebensfreude verloren?

Lebensfreude ist pure Lebenskraft, die Freude am Sein, die Freude an allem, die kindlich staunende Sicht auf das Wunder des Lebens. Ja, die Welt gehört mir, alles ist möglich, nichts unmöglich. Lebensfreude kennt keine Dogmen, kein „du kannst nicht“, „du darfst nicht“, oder schon gar nicht „nicht jetzt“…. Lebensfreude gibt der gesamten Existenz einen tiefen Sinn, denn sie entspringt aus der schöpferischen Quelle allen Seins – dem kausalen Prinzip.

Es ist ein leichtes, festzustellen, ob die Lebensfreude noch vorhanden oder schon längst abhanden gekommen ist. Frage dich:

  • Lebst du schon oder funktionierst du nur? Bist du ein funktionierendes Zahnrad in einer riesigen Maschine voller Verpflichtungen, Zweifel, Ängste vor Konsequenzen und kreisenden Gedanken? Oder aber bist du im Flow und spürst die Urkraft, die durch alles fließt?
  • Arrangierst du dich, weil es dir ein bekanntes und bequemes Leben ermöglicht, oder lebst du die tiefsten Träume, die einst in dir gesteckt haben und noch immer und immer lauter an die Türe der Befreiung klopfen?
  • Bist du bereits am Weg der Selbstfindung, meditierst und sorgst für eine Klärung des Geistes? Hast du dabei Angst vor deinem Ego, dass du die schönsten Dinge des Lebens nicht mehr lebst?

Das Leben als Spiel sehen

Der Sinn des Spiel des Lebens ist “ Karma Yoga” – Der Weg des Erfahrung-Sammelns. Ich erlebe mich, ich erfahre, was es bedeutet, in dieser Welt zu sein. Bevor ich geboren wurde, erstellte ich mir diese Liste an zu erlebenden Erfahrungen, die für meine Entwicklung wichtig sein werden. Darauf stand zum Beispiel: Als Kind erlebe unendliche Angst, um daraus zu erfahren, was es heißt, sich von dieser zu befreien. Außerdem wollte ich vielleicht erfahren, was es bedeutet, auf die höchsten Berge zu steigen und in die tiefsten Täler zu fallen. Natürlich war dann auf der Liste wichtig, zu erkennen, dass die Hingabe rein zum Leben ohne Verankerung im kausalen Prinzip zu purem egoistischen Konsumieren des Lebens ausarten würde. So schrieb ich auf die Liste: erkenne die Lebensfreude, die Quelle allen Seins, lebe diese in Verankerung in wahrem Urvertrauen.

Natürlich war es wichtig, die Liste bei der Geburt zu vergessen, denn Entwicklung ist nur unvoreingenommen möglich. Wir erleben aufeinander aufbauende Erfahrungen… Wir sehen, wir leben einen perfekt gestalteten Lebensplan mit all seinen zu machenden Erfahrungen. Keine Entscheidung wird heute getroffen, alle Entscheidungen sind schon längst getroffen, es gilt nur mehr, diese zu erkennen!

Tatsache ist, dass jeder Mensch dem Strom des Lebens automatisch folgt, gleichzeitig aber meint, diesen in seiner Richtung beeinflussen zu können. Es besteht jedoch keine Möglichkeit außerhalb des Stroms zu stehen und eine sehr geringe Möglichkeit, den Verlauf zu ändern. Wir alle kommen von A nach B, machen unsere Erfahrungen, egal ob wir wollen oder nicht, ob wir Christen oder Muslime, Selbstfindung Betreibende oder Atheisten sind. Der Strom fließt in diese eine Richtung und unausweichlich warten auf jeden von uns unterschiedliche aber maßgeschneiderte Prüfungen. Die einzig wirklich wichtige Frage ist, wie wir unsere Reise empfinden bzw. wahrnehmen. Dies ist der Teil, an dem wir arbeiten können. Bin ich wirklich dankbar für das was ist oder war? Oder bin ich voller Be- und Verurteilung? Erkenne ich mich als Schöpfer meiner emotionalen Wirklichkeit oder nicht? Kann ich die karmischen Fügungen des Stroms annehmen oder nicht? Kann ich mich dem Strom hingeben und vertrauen oder versuche ich diesen zu kontrollieren?

Jene, die nicht Meister der Zunge sondern des Herzens sind, teilen einige Eigenschaften: tiefe Dankbarkeit für alles, was ist, Lebensfreude und die Fähigkeit des vertrauensvollen Loslassens! Die, die spirituelle Weisheiten nur mit dem Verstand erfasst und die Tiefe des wahren Wissens nicht im Herzen verankert haben, laufen Gefahr, den Weg der kalten Spiritualität einzuschlagen.

Kalte Spiritualität – Tod der Lebensfreude

Die unbegründete Angst vor dem Ego und auch die Frage nach „Wer bin ich?“ als zentraler Satz der wertvollen Advaita Vedanta kann bei falscher Ausführung zu spiritueller Arroganz und einem Verlust der Lebensfreude führen. Die Angst vor dem Ego und seinen natürlichen beobachtbaren Bedürfnissen sowie die Unterdrückung von Erfahrungen des Lebens im Streben nach Erleuchtung führt zu einer Erkaltung. Die innere Stimme sagt: “SEI STILL! Dies steht dir nicht zu, fühle nicht, was du fühlst, es passt jetzt nicht! Wer sagt das? Weg mit dem Indikator, der mir sagt, ich müsste mich verändern. Außerdem steht es meiner Erleuchtung im Weg. Om!”

Diese Falle führt den Menschen direkt in die „kalte Stille“, eine spirituelle Leiche auf Zeit, scheinbar ruhig. Doch unter der Oberfläche befindet sich ein Krankheitsherd, der sich Verkümmerung nennt. Jene Verkümmerung durch den Verlust von gelebten Erfahrungen des Lebensplans führt zu Unlust – Unlust auf allen Ebenen: Am Leben, am Sein, am Mitmenschen, an allem. Spirituell wird diese Unlust in der ersten Zeit unter dem Mäntelchen Gleichmut versteckt, was aber in Wirklichkeit Resignation und kalte Gleichgültigkeit geworden ist.

Dies steht im Gegensatz zum Eigentlichen, einer Lebensfreude die getragen ist von einer warmen Gleichgültigkeit – alles ist gleich gültig: jede Erfahrung ist weder gut noch schlecht, es ist Erfahrung für die ich nur ein Wort auf meinen Lippen trage: DANKE! Danke, danke, danke!

Befreie dich selbst!: Über die Kunst eines erfüllten Lebens
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  • Herausgeber: Mankau Verlag
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Wie finde ich meine Lebensfreude wieder?

Es ist also an der Zeit zu fragen: spüre ich mich verbunden mit der Quelle und erlebe wahre Lebensfreude? Oder habe ich mich schon längst resignierend arrangiert? Ist die Lebensfreude abhanden gekommen? Wenn dir dies bewusst wird, ist der erste Schritt der Heilung geschehen.

Jeden Tag auf das Neue steht es uns frei, jede Entscheidung zu treffen, die das eigene Herz erleichtert. Mir ist bewusst, dass dieser so einfach klingende Satz in der Umsetzung alles andere als einfach ist. Zu groß sind die Ängste vor der scheinbaren Konsequenz der eigenen Handlung, zu groß das Unbehagen der Unwissenheit, was danach kommen könnte, zu groß die Furcht vor dem Verlust von allem, was man kennt.

Was ist nun zu tun?

  • Schritt 1: Akzeptanz! Ja es ist so.  Erlaube dir alles in diesem Kontext zu fühlen, was du fühlst. Ja, du kannst die Emotionen beobachten, du bist dir vielleicht sogar bewusst, diese nicht zu sein.
  • Schritt 2: Annahme! Ja, ich erlebe, wie ich verkümmere. Ich bin bereit für jede notwendige Veränderung, um wieder mit der Lebensfreude verbunden zu sein. Sprich dein persönliches Gebet, praktiziere eine Anrufung in einer für dich stimmigen Art: “Mache mich zu deinem Werkzeug und führe mich zurück zu dir. Es ist völlig gleichgültig, was es mich kostet.”
  • Schritt 3: Geduld! Warte ab, bis sich das emotionale reinigende Gewitter wieder aufgelöst hat. Warte, bis die Emotionen, die in alle Extremrichtungen gesprungen sind, sich beruhigen und sich eine neue Ausrichtung auszubilden beginnt. Du wirst spüren, dass dir diese neue Richtung eine Form der Ruhe schenken wird, die du in deinem alten Sein so nicht kanntest. Achte auf Synchronizitiäten, die das Gewitter und die nachfolgende Klärung nur so auf dich hageln lassen wird.
  • Schritt 4: Klarheit und Handlung! Selbst wenn du tiefste Unruhe empfindest, kommt der Moment, wo Klarheit Einzug hält. Die Unruhe stammt rein von den Zellen, die wissen, dass neue Bewusstseinsinformation auf sie zukommt. Das Zellbewusstsein ist in diesem Fall träge und erzeugt Unruhe, will zurück in das Altbekannte und erzeugt Angst. Gleichzeitig wirst du wissen, was zu tun ist: setze es um! Ohne Angst vor der Konsequenz! Versuche aber immer im Einklang mit den Werten zu handeln: Wahrheit, Rechtschaffenheit, Gewaltlosigkeit, Friede und Liebe. Du hast jedes Recht – ohne Dogmen des Verstandes hochzuhalten – dich in jeder dir gewünschten Form zu verändern, nutze diese unglaubliche Chance in deinem Leben, dies zu tun, halte dich nur an die Wahrheit deines Herzens und du wirst die Zeit der Veränderung mit Freude durchschreiten und die Konsequenzen werden sich im Rahmen halten. Lese hierzu: 4 Schritte zur Veränderung: Ein Neuanfang für ein glücklicheres Leben.

Eine glückliche Frau im Sonnenuntergang

Du hast die Erlaubnis zu leben, du hast die Erlaubnis zu sein, frei durchzuatmen und jede notwendige Erfahrung zu machen. Finde deine wahre Lebensfreude wieder und du erlebst ein Leben voller Feuerwerke der Freude, Erkenntnis, Leichtigkeit und der Möglichkeit zu fliegen! Die äußeren Umstände sind dann nur mehr eine Widerspiegelung des inneren Zustands. Freue dich, sei mutig und schreite voran. Du bist die lebendige Verkörperung der Lebensfreude! Wiederentdecke und lebe sie!

Auch interessant:  Was tut ein Geistheiler? Was ist Geistheilung?

Turbulenzen überwinden und Lebensfreude finden

Welchen Tipp kann ich also Suchenden geben, die erkannt haben, dass sie sich vielleicht auf einem Umweg befunden haben und dass Veränderung notwendig ist, um Lebensfreude wiederzufinden?

  • Wisse, dass du alleine bist! Kaum jemand ist in deinen Mokassins gegangen. Wenn es eine Parallelität in den Ereignissen gibt und du diese mit einem anderen Menschen teilen kannst wisse, dass dies ein wahres Geschenk ist, welches dir erlaubt etwas gemeinsam zu erfahren. So oder so ist es nicht schlimm, es bleibt deine Erfahrung, die dich zwingt die folgenden Dinge zu tun:
  • Sei geduldig, durch die Geschwindigkeit der Entwicklungen ist der Verstand völlig nutzlos geworden. Zu schnell laufen die Ereignisse ab, als das irgendein Plan oder Verhaltensmuster greifen würde.
  • Habe Verständnis für deine Mitmenschen, die dir Ratschläge geben wollen. Wisse aber auch, dass du diese dankend ablehnen kannst.
  • Bleibe im Jetzt: erkenne, dass das was heute ist, nicht morgen bedeutet. Wisse, dass das Gestern heute keinerlei Relevanz hat. Bleibe völlig im Moment, solange der Strom dich mitreißt. Du hast keine Wahl – außer schmerzhaft dagegen anzukämpfen oder dich hinzugeben. Wo liegt der Schlüssel zum bewussten Leben? Es scheint die Fähigkeit des Menschen zu sein, absolut im Hier und Jetzt zu verweilen. Die Lebensumstände scheinen viele von uns zu zwingen, an der Vergangenheit zu hängen oder sich über die Zukunft zu sorgen. Wahrhaftiger Frieden, wirkliche Dankbarkeit und Zufriedenheit sind aber so nur bedingt oder kurzfristig möglich.
  • Höre auf dein Herz: im Herzen wirst du im Moment wissen, was zu tun ist. Es wird klar sein. Es mögen verrückte Dinge sein, unglaubliche Handlungen hervorbringen – wenn dein Herz dich leitet – mache diese.
  • Lasse alles was du zu wissen meinst los! In dieser Phase der spirituellen Entwicklung wirst du erkennen, dass dir alles genommen wird. Nichts, was dir Sicherheit gibt (die nur das Ego braucht) wird Bestand haben. Meine vom Herzen geliebten und vom Verstand verwendeten Sicherheiten werden zerbröseln in den Ereignissen, die da kommen. Nicht weil dein Wissen falsch ist! Sondern, weil der Moment gekommen ist, dass meine Art des Umganges mit Wissen – mein Verstandesdogma – sich auflösen muss.
  • Erkläre dich nicht jedem Menschen: Der Mensch möchte so gerne gesehen werden, so gerne anerkannt und angenommen werden. In dem Drang nach jener Anerkennung wird das Mittel der Selbsterklärung angewendet. Selten wird hinterfragt: „Wem möchte ich gefallen?“, „Warum ist es mir so wichtig, dass der andere mich versteht?“ oder „Warum spreche ich?“. Doch genau hier liegt der Schlüssel: Jeder möchte verstanden werden, auch mein Gegenüber, dem ich mich gerade erkläre. Ich möchte verstanden werden von jemanden, der selbst verstanden werden möchte. Es ist wie das Kämpfen von zwei Verhungernden um ein Stück Brot. Die Idee, das Brot teilen zu können, existiert nicht. Die Erkenntnis, dass ich gar nicht verhungere und das Brot nicht benötige, noch nicht gereift. Was bedeutet, das Brot zu teilen? Statt dem Drang nachzugeben, selbst zu sprechen, höre einfach zu und versuche, dein Gegenüber zu verstehen. Was bedeutet, das Brot nicht zu brauchen? Es ist die Erkenntnis, dass der Hunger nach dem „Verstanden werden wollen“ nie gestillt werden kann. Meine gespielte dramatische Rolle erzeugt immer neue Bedürfnisse. Erkenne ich, dass ich die Macht habe, dieser Rolle die Existenzgrundlage zu entziehen, bin ich frei. Jeder hat die Macht, dies zu tun! Wie? Lasse los, gebe auf, gebe dich hin! Kämpfe nicht mehr! Versuche gar nicht, verstanden zu werden. Es ist nicht relevant!

Alles hängt am seidenen Faden! Du erkennst in dem Moment, dass es nichts gibt, auf dass du dich verlassen könntest außer dem kausalen Prinzip. Denn NICHTS sonst ist fix im Leben. NICHTS hat Bestand. Nur die Quelle währt ewig. Und genau dort liegt der Ursprung der Wahrheit und nicht darin, was Menschen über eine subjektive Wirklichkeit kommunizieren. Bedenke dabei: alles was geschieht ist gelenkt, erfüllt seinen Zweck: es gibt NICHTS was nicht einem Zweck dient. Wir sind alle miteinander verbunden, jeder Tropfen bewegt das Meer. Erkenne auch, dass du das Meer in Form eines Tropfens bist – du kannst nichts falsch machen, lasse alles los und gebe dich hin und es wird gut. Dein Herz ist der beste Berater dabei.

Deine Veränderung als Rettung deiner Lebensfreude

Entwickelt man Hingabe und Vertrauen auf den Lebensstrom, weiß das Herz, dass das Selbst einen alles tun lassen könnte. Es gibt nichts, was unmöglich ist, keine Konsequenz ist zu groß, zu schön und zu schlimm. Vielmehr erkennt man den Plan, die Unausweichlichkeit des Schönen und gibt sich hin. “Was soll es…” bleibt dann übrig – wer bin ich, dass ich mich deswegen quäle oder darüber Gedanken mache. Viel lieber blicke ich hier und jetzt auf das Firmament und freue mich über den Stern des mir geschenkten Himmels in tiefer Erkenntnis, wie alles dient und das Leben liebevoll bewegt.

Ein Schüler schrieb regelmäßig seinem Meister, um ihm den Fortschritt seiner spirituellen Entwicklung mitzuteilen. Der erste Brief lautete: “Ich spüre eine große Erweiterung meines Bewusstseins.”
Der Meister blieb völlig unberührt.
Der zweite Brief besagte: “Ich sehe jetzt, dass alle Dinge miteinander verbunden sind.”
Der Meister zuckte mit den Schultern.
Als nächstes schrieb der Schüler: “Gott ist in allem.”
Der Meister gähnte.
Danach hieß es: “Jedes Ding im Universum ist die Essenz des Vollkommenen.”
Der Meister schaute den Brief kaum an.
Dann schrieb der Schüler: “Alles ist Eins.”
Der Meister blieb ungerührt.
Schließlich: “Ich schreibe dir aus einem ekstatischen Gefühl von zeitlosem Glück heraus.”
Der Meister warf den Brief sogleich in den Papierkorb.
Dann gab es eine Lücke in der Kommunikation. Deshalb schrieb der Meister nach einer Weile an den Schüler und erinnerte ihn daran, dass er vergessen habe, den gegenwärtigen Stand seines spirituellen Fortschritts zu beschreiben. Dieser schrieb zurück: “Was soll’s?” 

Der Meister lachte laut und war überglücklich. – Quelle: Marco Aldinger, Ko(s)misches Bewusstsein, Heuweiler 2004

Auch ich habe erkannt, dass jede Aussage von mir in der Vergangenheit Menschen auf eine Reise geschickt hat: „Wichtig ist es zu meditieren“, „Bist du das, was du denkst oder fühlst?“, „Werde stiller!“ – es gab sehr viele Ratschläge, die alle ihre wahrhaftige Berechtigung hatten und tatsächlich halfen und dienten. Es ließ aber außer Acht, was das „Ich“ oftmals aus vielen meiner Ratschläge formte: „Wenn ich nicht genug meditiere, wird dies nie etwas…“, „Ich beobachte den Denker und den, der fühlt und trotzdem geht es mir schlecht“, „Ich muss stiller werden, es ist aber so anstrengend, zu versuchen, still zu sein…“. Viele versuchten krampfhaft, das von mir Empfohlene richtig umzusetzen. Wieder andere verwarfen alles und sagten: Ich habe so genug von all den Dogmen, ich benötige diese nicht und kehre in mein Leben zurück, ohne den tiefen Sinn des Gelehrten erfasst zu haben.

Jede Erfahrung, die du machst, ist richtig und gut. Denn jeder von uns hat wahrlich das Recht, sich auch die Finger an einer Herdplatte zu verbrennen, ohne von einem ermahnenden Finger zurechtgewiesen zu werden. Ich habe weder eine Lehre, noch ein Dogma, welches ich vertreten könnte. Ich habe keine Intention oder eine Botschaft – weder für mich noch für dich! Lebe dein Leben in der für dich richtig scheinenden Art. Ich tue genau dies – jetzt! So bin ich nicht mehr oder weniger als ein von ihm aufgestelltes unscheinbares Hinweisschild am Straßenrand, welches auf einen möglichen Küstenweg mit Blick auf das Meer hinweist. Manche sehen das Schild, manche nicht. Manche folgen ihm, andere nicht. Einige freuen sich über das Schild, andere sehen es als Umweltverschmutzung. Was ist nun richtig oder falsch? Nichts, denn jede Sichtweise hat eine schlüssige Erklärung im Hintergrund. Ob Suchender oder nicht: Du befindest dich automatisch am Weg der Selbstfindung! Vertraue deinem Weg und deiner Erfahrung. Dein Weg ist gut und richtig. Du sammelst Erfahrungen, freud- und schmerzvolle. Dem, der mit offenem Herzen diese Zeilen liest, sei gesagt: Höre auf zu suchen, während du voller Hingabe suchst!

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