Ein Paar, das Streit gehabt hat

Raus aus dem Streit – Kämpfen oder Selbstreflexion

In Energetiker Fachartikel, Praxis by Humanenergetiker Team

Artikel aktualisiert am 11.11.2018

In Beziehungen zu seinen Mitmenschen ist es wichtig, dass Unstimmigkeiten ausgesprochen werden. Du solltest in der Lage sein, offen, wahrhaftig, liebe- und respektvoll mit deinem Gegenüber zu kommunizieren. Was aber ist das Lernthema, wenn aus einem Konflikt ein ausgewachsener Kampf entsteht? Was ist die Ursache für Machtkämpfe in Beziehungen? Was kannst du tun, wenn du von Menschen zwangsbeglückt wirst?

„Ich habe für bestimmte Dinge nicht mehr die Geduld. Nicht, weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach, weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, wo ich keine Zeit mehr vergeuden möchte mit Dingen, die mir missfallen oder weh tun. Ich habe keine Geduld mehr für Zynismus, übertriebene Kritik und Forderungen jeglicher Art. Ich unternehme keine Anstrengungen mehr, denjenigen  zu gefallen, die mich nicht mögen, die zu lieben, die mich ablehnen und jenen zuzulächeln, die mich niemals anlächeln. Ich verschwende keine einzige Minute mit Menschen, die lügen oder mich manipulieren wollen. Auch akzeptiere ich keine Heuchelei, Unehrlichkeit und billiges Lob. Selektive Gelehrsamkeit und akademische Arroganz toleriere ich nicht mehr. Ich hasse Konflikte und Vergleiche. Unsere Welt besteht aus Gegensätzen und darum meide ich starre und unflexible Menschen. Bei Freundschaften ist mir Loyalität wichtig. Mit Verrat kann ich nicht umgehen. Ich komme nicht mit Menschen klar, die keine Komplimente machen können und keine ermutigenden Worte finden. Übertreibungen langweilen mich. Ferner habe ich Schwierigkeiten mit Menschen, die keine Tiere mögen. Und darüberhinaus habe ich keine Geduld mit jemanden,  der meine Geduld nicht verdient hat.“ – José Micard Teixeira (Dieser weit verbreitete Text ist nicht von Meryl Streep)

Empfehlungen für aufgezwungenen Konflikte

Jeder Mensch kommt irgendwann in eine Lebenssituation, wo er nicht mehr anders kann als große Veränderungen vorzunehmen. Es dauert nicht lange, bis auf dein Leben spezialisierte Mitmenschen dir zwanghaft helfen wollten, dich von deinen Irrtümern zu befreien.

Wie geht man mit einer solchen Situation um? Wie begegnet man Zwangsbekehrern und „man-wird-wohl-noch-dein-Leben-diskutieren-dürfen“ Menschen? Hier ein paar hilfreiche Tipps (unserer Leser):

  • „Bleib dir treu und zeig dich der Welt, so wie du bist. Denn es ist dein Leben und dein Weg!“ – Ashley Lippert.
  • „Jeder hat das Recht, sein Leben zu leben, wie er das möchte. Jeder, der das tut, hat meinen vollsten Respekt. Einem jeden Recht getan ist eine Kunst die niemand kann.“ – Claudia H.
  • „Es wird immer Menschen geben, die mit beiden Beinen fest im Leben Anderer stehen.“ – Eva L.
  • „Wer dürfte Dir ein Leben absprechen, das deinen eigenen Wünschen entspricht?“ – Gertrude L.

Lass dich nicht verunsichern. Sei dir selbst der beste Richter: kannst du dich im Spiegel ansehen? Kannst du zu deinen Entscheidungen und deinen Handlungen stehen? Ja? Dann höre auf dein Herz und ignoriere am besten die Ratschläge derer, die dich von deinem Weg in die Hölle erretten wollen. Lasse los und habe Vertrauen!

Loslassen bei Ungerechtigkeiten

Loslassen gestaltet sich oftmals als besonders schwer, wenn man mit Ungerechtigkeit konfrontiert ist. Nachfolgend findest du ein paar lebensnahe praktische Tipps, wie man in solchen Situationen die Ruhe im Herzen wiederfindet. Keine Sorge, dies wird nicht einer jener Artikel, der dir das Ärgern verbietet. Auch wenn es in der alternativen Szene zum guten Ton gehört, sich gegenseitig in Gelassenheit zu überbieten, gehe ich in diesem Artikel einen etwas anderen Weg.

Kürzlich hatte ich eine Begegnung mit einem etwas unangenehmen Beigeschmack. Ich traf jene Art Menschen, die genauer über mein Leben Bescheid wissen als ich selbst. Selbstgefällig wurde hier erklärt, was ich in meinem Leben anders hätte machen müssen, es sei schließlich offensichtlich und aus selbstverständlich gut informierten Quellen hätte man ja auch wesentliche Informationen erhalten. Der Verdauungsprozess der erhaltenen verbalen Zwangsernährung dauerte ein paar Tage, bis das System sich von dem selbst mit verursachten Übergriff erholt hatte.

Wieso lässt man sich auf unwürdige Situationen ein?

Die essentielle Frage, die du dir beim Lesen vielleicht schon gestellt hast, lautet: wieso lässt man sich überhaupt auf ein Gespräch ein, dass einem nicht gut tut? Antworten gibt es hier viele: die Einen erhoffen sich weitere Informationen, andere sehen es als eine Möglichkeit, sich zu verteidigen. Und es gibt Menschen wie mich, die ganz banal überrumpelt sind und statt: „Hallo und auf Wiedersehen“ nur ein „Hallo, wie schön dich zu sehen (*hüstel*) und jetzt schenke mir ordentlich ein…“ über die Lippen bekommen.

Worüber ich mich also ärgere, ist nicht das, was ich gesagt bekomme, sondern vielmehr über mich selbst, dass ich mich

  1. in eine solch unwürdige Situation begeben habe;
  2. wieder besseren Wissens mit Menschen unterhalte, die mir gegenüber offensichtlich negativ eingestellt sind;
  3. von Sprachlosigkeit erschlagen dem Redeschwall des Anderen hingebe;
  4. dem aufsteigenden Unwohlsein nur schwer erwehre und immer noch nicht die erlösenden Worte „Lass mich in Ruhe“ finde.

Was hat all dies mit Freundlichkeit, Wut und Selbstfindung zu tun?

Die Antwort ist einfach: „alles!„. Offensichtlich gilt es hier, etwas zu lernen und Schmerzpunkte zu überwinden.  Einst erklärte mir ein Sufi, wie wichtig es sei, dass man sich – soweit wie möglich – nur mit Personen umgibt, die einem selbst gut tun. Es geht hierbei nicht darum, zu bewerten oder zu urteilen, ob das Leben des Anderen nun richtig oder falsch ist. Es geht nur darum, sich selbst zu fragen, was einem selbst gut oder nicht gut tut. Mit dem Anderen hat dies reichlich wenig zu tun.

Komme ich nun in eine Situation, in der ich jemanden begegne, der eine sofortige allergische Reaktion in mir auslöst, ist es besser, sich dem Allergen nicht auszusetzen. Tue ich dies trotzdem aus den vorher genannten Gründen, muss ich auch damit rechnen, einige Tage lang die Suppe auslöffeln zu dürfen. Wut folgt dem Ereignis, die oftmals auf die Person projiziert wird, die man getroffen hat.

Selbstverständlich stellt sich die Frage, ob jenes Allergen nun deswegen ein Allergen ist, weil ich selbst einen wunden Punkt in mir auszuheilen habe, oder ob die andere Person schlicht und einfach gerne schlecht über andere Menschen spricht, verurteilt, tratscht oder Bösartigkeiten anderer Form auslebt. Hier ist nun der Unterschied zu jener Art von Spiritualität, die oftmals falsch verstanden meint, jeden inniglich umarmen und dabei wie eine indische Kuh selig vor sich hin kauend die eigene Gelassenheit der Öffentlichkeit präsentieren zu müssen.

Daher mein Ratschlag: habe den Mut, gewisse Kontakte einfach abzubrechen. Erlauben dir, nicht jedes Gespräch zu führen bzw. es einfach abzubrechen, auch wenn dies vielleicht vom Anderen etwas anders erwartet wird. Gebe dir selbst die Erlaubnis, nicht jedermanns Freund sein zu müssen. Ja, du hast auch ein Recht auf ein Nein, wenn ein Gespräch entgleist und das Gegenüber meint, dich zwangsbeglücken zu müssen. Wer bist du, dass du dich für dein selbst gewähltes Leben entschuldigen oder rechtfertigen musst?

Stille ist die einzige Sprache der Verwirklichten. Übt Mäßigung in der Sprache. Das wird euch auf vielerlei Weise helfen. Es wird Liebe entwickeln, denn die meisten Missverständnisse und Uneinigkeiten entstehen aus achtlos gesprochene Worten. Wenn der Fuß ausrutscht, können die Verletzungen geheilt werden; wenn aber die Zunge ausrutscht, dann wird die Wunde, die dadurch im Herzen des anderen erzeugt wird, ein ganzes Leben lang eitern. Die Zunge ist für vier große  Fehler verantwortlich:

  • Die Unwahrheit zu sprechen
  • Anstoß zu erregen
  • bei anderen Fehler zu finden
  • maßlose Unverständlichkeit der Aussprache (des Gesprochenen).

Diese Fehler müssen vermieden werden, wenn es Friede für den Einzelnen und auch für die Gesellschaft geben soll. Die Verbindung miteinander wird gestärkt, wenn die Menschen weniger und sanft sprechen. Darum wurde in den Schriften für spirituelle Aspiranten Stille als ein Gelübde verordnet. Ihr seid alle spirituelle Aspiranten, auf verschiedenen Abschnitten der Strasse und deshalb ist diese Übung wertvoll für euch.“ – S. S. Baba

Giftmischer, die hinter einer Fassade des Lächelns ihre Worte maßlos und achtlos verteilen gab es schon immer. Doch hinter Gerede und Halbwahrheiten existiert immer eine alternative Wirklichkeit. Und hinter dieser existiert die tatsächliche Wahrheit. Die Frage ist nur, bin ich bereit mich auf die Möglichkeit einer alternativen Wirklichkeit oder der Wahrheit einzulassen?

Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens, dass ich bei Hass Liebe bringe, bei Verletzung Versöhnung, bei Zwist Einigkeit und bei Streit Frieden, bei Verzweiflung Hoffnung, bei Trauer Trost, bei Kummer Freude und bei Dunkelheit Licht. – Franz von Assisi

Die Frage, die ich mir selbst jeden Tag stellen muss ist: bringen meine Worte Frieden oder Krieg?  Bringen meine Worte Zwist oder Einigkeit? Kummer oder Freude? Wenn meine Worte Krieg, Zwist und Kummer auslösen hat dies mit hilfreichen Gesprächen nichts zu tun und es ist Schweigen die bessere Alternative.

Jeder kämpft seinen Kampf – Freundlichkeit wiederfinden

Wie lasse ich nun los, wenn der Ärger überhand genommen hat?

  • Machen dir bewusst, dass du kein Opfer bist! Du hast immer die Wahl, eine Verbindung zu einer Person oder einer Gruppe aufrecht zu erhalten oder nicht. Mache von dieser Wahl Gebrauch und fühlen dich nicht schlecht dafür.
  • Es ist an der Zeit sich bewusst zu machen, dass nichts einfach nur so geschieht. Im Gegenteil: jedes Ereignis beruht auf Synchronizitäten, einem perfekten Plan, der für jeden das perfekte Lernumfeld darstellt. Lerne, klar zu artikulieren und auch Grenzen zu setzen (hier helfen sicherlich Affirmationen und die Arbeit mit dem Leitfaden zur Selbstreflexion).
  • Verurteile dich nicht selbst! Ja, du hast dich geärgert. Erkenne die Ursache. Und du erhältst eine weitere Chance, dich noch einmal mit der Thematik auseinanderzusetzen. Freuen dich darauf!
  • Verurteilen den „Botschafter“ nicht. Jeder Mensch kämpft seinen eigenen Kampf, von dem du nichts weißt. Genau aus diesem Grund gilt es, die Freundlichkeit im Herzen wiederzufinden. Du hast jedes Recht, „NEIN“ zu sagen. Du hast jedes Recht, auch vor dich hin zu schimpfen, wenn eine Situation entgleist ist. Doch finde im Herzen die Ruhe wieder, die dir jederzeit erlaubt, ohne Groll auf den Mitmenschen zu blicken. Denn nur dann bist du frei und hältst die glühende Kohle nicht fest, die nur deine eigene Hand verbrennt. Vergessen nicht: Groll auf den Anderen ist letztendlich dein eigenes Arbeitsthema.
  • Wie kannst du dies umsetzen? Durch die Übung des Loslassens mittels der Acht von Phyllis Krystal. Diese Übung hilft bei der Auflösung von falschen Bindungen.
  • Zu guter Letzt: nimm es nicht so schwer… Jeder Mensch kennt diese Situation, jeder wurde irgendwann mit Ungerechtigkeiten konfrontiert. Lasse mit einem lachenden und einem weinenden Auge los, es zahlt sich aus!

Alles in allem ist es so, dass ich mich schon jetzt auf die nächste Begegnung der besonderen Art freue: wieso? Weil es wieder ein perfektes Lernumfeld sein wird, bei welchem ich überprüfen kann, ob es mir nun gelingt, sich auf ein Gespräch NICHT einzulassen und einfach weiterzugehen. Frei nach: danke lieber Botschafter, ich habe mir einmal die Finger verbrannt, heute darfst du weiterziehen und jemand anderen beglücken…

„Respektiert immer die Meinung und Anschauungsweise anderer. Fangt nicht an bei der kleinsten Meinungsverschiedenheit zu streiten. Die andere Person kann möglicherweise im Recht sein und ihr im Unrecht. Denkt über das Argument nach. Möglicherweise hat die andere Person einen anderen Wissensstand über die Thematik, oder ihr seid durch Voreingenommenheit entweder dafür oder dagegen. Es kann aber auch sein, dass die andere Person möglicherweise nicht ein so großes Wissen wie ihr habt. Vergesst nicht, dass alle Meinungsverschiedenheiten nicht auf persönlichen Hass basieren. Hass ist hässlich, unnatürlich und unmenschlich. Ihr müsst wissen, dass Hass gegen den Kern der Liebe verstößt, die in jedem wohnt.“ – S. S. Baba

Wie beende ich Kämpfe und Streits in meinem Leben aus spiritueller Sicht?

Wenn eine offensichtliche Fehlbarkeit eines Anderen im Außen geschieht, ist die Emotion Wut „in mir“. Aus einem Gedanken in mir werden mehrere Gedanken, aus den Gedanken folgt die Emotion. Das Außen ist so nur der Auslöser für eine unterbewusste Gedankenkaskade. Mehr noch: Das Außen ist völlig unwichtig, um das eigene Leben zu verändern und ohne Kampf Harmonie zu finden und bessere Beziehungen im eigenen Leben zu pflegen. Aus einem Gedanken folgt die Emotion, aus der Emotion folgt das Wort, aus dem Wort wird der Kampf. Der erste Schritt ist es, gedanklich die Verurteilung des Gegenübers zu beenden:  Zu lange schon zeigen wir mit Fingern auf die Fehlbarkeiten anderer Menschen, doch genau jenes Fingerzeigen und „Besserwissen“ ensteht nur durch eine Ursache: den eigenen inneren Schmerz.

Spüre ich keinen inneren Schmerz, spreche ich nicht darüber.
Spüre ich Schmerz, werde ich diesen höchstwahrscheinlich artikulieren – das Sprechen an sich ist der Beweis für meine Verletzung.
Spürt mein Gegenüber Schmerz und artikuliert diesen und unsere Meinungen gehen in eine unterschiedliche Richtung, gibt es drei Möglichkeiten:

  • beide Parteien beginnen mit Selbstreflexion (Hier findest du den Leitfaden zur Selbstreflexion). Selbstreflexion bedeutet, dass ich mir die folgenden Fragen stelle: „Wieso empfinde ich Schmerz?“, „Wieso ärgere ich mich?“, „Was will ich erreichen?“, „Wieso fühle ich mich so hilflos, dass ich zu diesen Mittel greife („schreien“, „beschimpfen“ etc.)?“.
  • nur ein Partner beginnt mit Selbstreflexion: Wenn du dir die Frage stellst, dass „nur du“ an dir selbst arbeitest, dein Konfliktpartner jedoch nicht – denke darüber nach:  Du betreibst keine Selbstreflexion, denn schon wieder ist das Fingerzeigen da, was dein Partner tut oder nicht tut. Dies ist keine Selbstreflexion. Selbstreflexion (unabhängig wie lange sie dauert) ist frei von Vergleichen, schiebt die Schuld in keine Richtung – nicht zum Partner, Karma, die Energie oder sonstigen Dingen. Sei du selbst! Erkenne deinen Schmerz! Anerkenne deine Selbstbestimmung und deine Handlungen, die zu dieser Situation geführt haben. Lasse los!
  • beide Parteien versuchen ihren Willen durchzusetzen – Kampf ensteht. Zu einem Kampf gehören das Ego von zwei Kämpfern. Ein Kampf findet nie mit nur einem Kämpfer statt. Zwei mal Ego zentrierter Wille trifft aufeinander, Machtspiele werden angewendet, um den eigenen Willen durchzusetzen. Es wird in Kauf genommen, bewusst zu verletzen, um sich kurzfristig besser zu fühlen. Dieser Kampf verbrennt sich selbst in der Flamme des Schmerzes. Zurück bleibt nur die Asche der Zerstörung und Läuterung.

Nur durch Selbstreflexion wird die glühende Kohle der Wut, die man in der eigenen Hand festhält, losgelassen und fallen gelassen. Entwickle Duldsamkeit und Geduld!

„Göttlichkeit ist die Offenbarung von spiritueller Liebe und der Tugend der Geduld. Die Tugend der Geduld (auch, lt. Prof. Mittwede, die Fähigkeit des Ertragenkönnens, die ganz entscheiden davon abhängig ist, dass das Bewusstsein in der göttlichen Realität gegründet ist, weil sich ansonsten der Schmerz über erlittenes Unrecht tief in die Seele hineinfressen kann) beinhaltet Duldsamkeit, unbegrenzte Geduld und die Eigenschaft des Vergebens und Vergessens, doch sie ist nicht erreichbar durch das Lesen von Büchern und kann auch nicht durch die Lehre eines Lehrmeisters erlangt werden. Auch kann Duldsamkeit nicht als ein Geschenk von jemanden erhalten werden. Diese erstklassige Tugend kann nur durch eigene Anstrengung erarbeitet werden, durch das ins Auge fassen und erkennen diverser Probleme, durch Schwierigkeiten verschiedener Art, durch Ängste und Leid und auch durch Trauer und Schmerz. Durch das Nichtvorhandensein von Duldsamkeit, werdet ihr anfällig für alle Arten von boshaften Eigenschaften. Hass und Neid schlagen leicht Wurzeln in einer Person, der diese Tugend fehlt. Geduld gibt dem völligen Schutz, der Geduld besitzt. Deshalb ist Geduld ein unbezahlbarer Besitz, ist die Grösste, Bedeutendste und Edelste unter allen Tugenden. Geduld ist alles umfassend. “ – S. S. Baba

„Gott liebt die Blume der Duldsamkeit. Die Pandavas litten sehr durch die Hand der Kauravasa. Doch es war die Tugend der Duldsamkeit, die die Pandavas beschützte und sie für den Rest der Welt zu einem Ideal machte. Die andere Blume, die wir Gott darbringen müssen, ist Friede; durch alle Unbeständigkeiten des Lebens sollte man friedvoll bleiben. Nur dann kann man göttliche Gnade erlangen. Friede ist für die physische, mentale und spirituelle Stufe erforderlich. Friede ist nicht äußerlich, er ist innerlich. Ihr seid die Verkörperung des Friedens. Im weltlichen Leben ist es wahrscheinlich, dass es viele harte Umstände gibt, aber man sollte nicht beunruhigt sein, sondern alles Leid mit Tapferkeit und Geduld tragen. Das menschliche Leben ist nicht einfach gegeben, um die weltlichen Vergnügungen zu genießen. Das Leben bekommt nur einen Sinn, wenn man den Frieden, der dem Herzen entspringt, erfährt.“ – S. S. Baba

Jede Form von Kampf verbrennt letztendlich nur einen selbst, kostet Kraft und erzeugt Schmerz. Selbstreflexion ist der Weg aus dieser Misere: Was ist mein Anteil an dieser Situation? Wieso habe ich die Situation noch nicht geändert? Was ist meine Angst vor einer Konsequenz, wenn ich eine Handlung setze?

Auch interessant:  Gibt es Fehler? Duale Sicht versus Nondual (Advaita Vedanta)

Für die Kämpfernatur gibt es zwei Auswege

  • ein Kampf ist mit großen Verlusten abgeschlossen worden, doch aus dem eigenen entstandenen Schmerz bleibt nur ein verhärtetes „ich habe Recht gehabt“ übrig. Die eigene Sturheit hat gesiegt. Die Seele wird aber über kurz oder lang wieder ein Szenario des Kampfes schaffen, sodass wieder die Chance auf Umdenken durch die Erfahrung von Schmerz besteht. Denn der Schmerz schafft erneut die Möglichkeit der Selbstreflexion.
  • durch das reinigende Feuer des durch den Kampf entstandenen Schmerzes beginnt das Loslassen der Machtspiele und dadurch die Selbstreflexion.

Vergesse nie: Sei du selbst! Dein Selbst lässt los, fließt im Strom des Seins, ist der Strom des Seins. Es ist die Essenz des „Ich bin“ – nicht des „Ich bin wütend“ oder „ich bin verletzt“. Lasse das trotzige Kind in dir los, versuche nicht, irgendetwas zu erreichen oder zu sein. Sei und lasse los. Sei dir dessen bewusst, wenn es Anzeichen zum Streit oder Kampf gibt, und du wirst den Zyklus durchbrechen.

Wie setze ich Selbstreflexion um?

Es empfiehlt sich die Übung des Loslassens mit dem Gedankenmuster „Ich habe Recht“ zu machen. Außerdem empfehlen wir die Arbeit mit den Zwillingseigenschaften aus „Befreie dich selbst!“.

Befreie dich selbst! Über die Kunst, wahrhaftig zu leben
  • Matthias A. Exl
  • Herausgeber: Mankau
  • Auflage Nr. 1 (15.08.2008)
  • Gebundene Ausgabe: 215 Seiten

Letzte Aktualisierung am 18.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Versöhnung nach Konflikten oder Streits

Nun ist es soweit: Die Vergangenheit ist vergangen, es ist an der Zeit Frieden zu schließen. Deine Selbstreflexion ist irgendwann abgeschlossen und so meldet sich vielleicht nach einer Phase der Wut wahre Ruhe. Das Gift des inneren Rufs nach Vergeltung und Abgrenzung hat das eigene System verlassen und die Identifikation mit dem Schmerz hat schon längst aufgehört zu wirken.

Bedenke: Friede durch Verzeihen ist gelebte Versöhnung! Jedes Mal, wenn im eigenen Leben etwas Schlimmes geschieht, sollten wir diese uns innewohnende Fähigkeit nicht vergessen! Jede noch so schlimme Situation, jede noch so undenkbare Ungerechtigkeit, jedes noch so bösartige Gerede kann in seinem schmerzhaften Wirken vollständig ausgeheilt werden, wenn man sich dem Geist der Versöhnung hingibt. Der Mensch hat bei schmerzenden Erfahrungen immer die Wahl zwischen zwei Wegen:

  1. Ich bleibe in meinem Schmerz, meiner Wut und dem Ausdruck dieser verhaftet. Ein graues und grausames Bild der Vergangenheit bleibt in diesem Fall als Mahnmal der eigenen Unzufriedenheit und Undankbarkeit bestehen. In der Hand hält das stalinistisch anmutende Bauwerk den Hammer der Sprache und die Waagschale der Ungerechtigkeit, die mit selbstgerechtem Maß misst. Der Ruf nach Vergeltung, der Ausdruck des „Ich habe es immer gewusst…“ lässt das Grau noch grauer werden, selbst Floskeln der Scheinreflexion können über die bösartigen Gedanken nicht hinwegtäuschen.
  2. Ich gehe den Weg der Versöhnung, der mich letztendlich mit mir selbst ausheilt. Ich anerkenne meinen Anteil an der Situation, ich verstehe meine enttäuschte Erwartung, die letztendlich Wut erzeugte. Doch was können meine Mitmenschen wirklich für meine Erwartungen? Wo liegt hier tatsächlich das Problem? Bei dem, der die Erwartung enttäuscht oder dem, der die Erwartung hat?

Erkenntnis durch Vergebung

„Einen Menschen zu lieben bedeutet, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.“ Quelle: M.F. Dostojewski

Wir alle sind Menschen. Wir alle lernen aus unseren scheinbaren Fehlern. Gibt es den, der keine Fehler macht? Gibt es den, der keine versteckten Emotionen, Zweifel oder Wünsche hat? Ich glaube nicht – es ist ein Teil des menschlichen Seins. Es mag sehr wohl sein, dass es derart verwirklichte Menschen gibt, die sich zu 100% nicht mehr mit der Form ihres Seins identifizieren. Bisher begegnete ich nur einer solchen Person – dies war in Indien und ich erkannte, wozu oder besser gesagt, wohin sich der Geist erheben kann.

Wenn es aber für 99,99% der Menschen nun Teil der menschlichen Natur ist, problematische aber auch wunderschöne Wahrnehmungen der Welt zu erleben, ist es so schwer, dieses einfache Recht, diese natürliche Form des Seins jedem zuzugestehen? Hat nicht jeder Mensch ein Recht darauf, seine Erfahrung zu machen, seine Meinung zu revidieren, Fehler zu machen, diese zu korrigieren, sie danach noch einmal zu korrigieren oder danach die neue gewonnene Erkenntnis zu verwerfen?

Ich meine „ja“. Jeder Mensch hat zu jeder Zeit, auf jede erdenkliche Art das Recht, sich in jede Richtung zu verändern.

  • Gestehe ich dieses Recht jedem Menschen zu, verschwindet auch meine Erwartung, dass irgendjemand sich in irgendeiner speziellen Art zu verhalten hat. 
  • Verschwindet meine Erwartung, wie ein Mensch zu sein hat, verschwindet ebenso die Enttäuschung, dass ein Mensch ebenso ist, wie er ist und nicht wie ich meine, dass dieser zu sein hat.
  • Verschwindet meine Enttäuschung, beginne ich klar zu sehen und den Menschen in seiner Gesamtheit und Einzigartigkeit zu erfassen.
  • Sehe ich die Einzigartigkeit, erkenne ich die Schönheit des Moments und den tiefen Sinn der Bekanntschaft.
  • Ich entwickle Dankbarkeit, einen Menschen kennen gelernt zu haben, diesen zu kennen und empfinde auch weiterhin – auch wenn es vielleicht nur in Gedanken geschieht – Freude und Dankbarkeit über die gemachte Erfahrung. Die Erfahrung hat mir gedient oder sie dient mir gerade.

Dieser Zustand, der dem Geist der wahren Versöhnung entspringt, schenkt inneren Frieden und Lebensfreude. Hierbei ist es völlig nebensächlich, ob es im Außen noch problematische Gedanken oder Gespräche über einen selbst gibt oder nicht. Ich selbst kann heute behaupten, Ruhe und Frieden gefunden zu haben und mein Geist ist dadurch frei für neue Begegnungen. Es sind dadurch aber auch Begegnungen mit alten Bekannten möglich, die vielleicht durch Selbstreflexion ebenso weit gereift sind, und es ergibt sich so eine neue Basis für Kommunikation und des Miteinanders.

Dies ist der wahre Geist der Versöhnung, der in jedem von uns als manchmal versteckte Möglichkeit innewohnt. Machen wir Gebrauch von diesem Wunder – jeden Tag auf das Neue!

Sorgfältig ausgewählte Bücher zum Thema Kämpfe, Vergebung und Selbstreflexion

Zu diesem Thema empfehlen wir dir die folgenden Bücher auf Amazon:

Unser Geschenk an dich: Leitfaden zur Selbstreflexion

Für jene Menschen, die selbständig an sich arbeiten wollen, haben wir einen Leitfaden zusammengestellt, in dem wir beschreiben, wie du auf ehrliche und systematische Weise Selbstreflexion betreiben kannst. Du findest darin praktische Tipps, wie du all jene unbewussten Muster aufspüren kannst, die so viele Probleme verursachen.

Trage dich hier ein und du wirst in Zukunft über neue Beiträge informiert und erhältst außerdem kostenlos den Leitfaden zur Selbstreflexion:

Teile diesen Beitrag und unterstütze unsere Arbeit!